Seite 2: „Das Ungleichgewicht muss behoben werden“

Gibt es auch Fans die im Vor­teil sind? Unab­hängig von der Lage.
Ja, die Anhänger von Arminia Bie­le­feld zum Bei­spiel. Die Mann­schaft hatte bisher noch kein Aus­wärts­spiel an einem Freitag, son­dern alle sieben sams­tags oder sonn­tags. Das ist im Ver­gleich zu den Spielen von Ein­tracht Braun­schweig natür­lich viel ange­nehmer für die Fans.

Gibt es Über­ra­schungen bei der Anset­zung?
Wir Darm­städter haben frei­tags beson­ders viele Spiele, sieben der ersten 16. Das ist inso­fern nach­voll­ziehbar, da Darm­stadt zen­tral liegt und die meisten Aus­wärts­fahrten ver­gleichs­weise nicht so lange dauern. Über­ra­schend ist aber, dass der 1. FC Nürn­berg gar kein Frei­tags­spiel hat, weder zuhause noch aus­wärts. Obwohl Nürn­berg im Ver­gleich zu anderen Zweit­li­gisten auch relativ zen­tral liegt.

Am neunten Spieltag fuhren die Aus­wärts­fans im Schnitt 308 km, wäh­rend sie am 15. Spieltag durch­schnitt­lich 524 km zurück legen mussten. Wie kommen solche Unter­schiede zustande?
Da irgend­wann jeder gegen jeden spielen muss, kommt es eben zu diesen Aus­schlägen. Man könnte aller­dings darauf achten, die Spiele besser zu ver­teilen. Dass also Spiele, bei denen die Fans nicht so lange fahren müssen, nicht alle am selben Spieltag statt­finden. Wenn es aus­ge­gli­chener wäre, könnten die Spiele mit großer Distanz am Wochen­ende und die anderen frei­tags oder mon­tags statt­finden.

Was läuft gut, was schlecht bei den Anset­zungen der DFL?
Inner­halb des Rah­mens, mit den bereits erwähnten Grenzen, ver­sucht die DFL offen­sicht­lich schon gute Lösungen zu finden. Durch die Begleit­schreiben ver­steht man 80 Pro­zent aller Anset­zungen. Aller­dings gibt es zu viele Inter­essen von außen, die an die DFL her­an­ge­tragen werden. Die Wün­sche des Fern­se­hens gehen zu weit, wenn sie eine 550 Kilo­meter Aus­wärts­fahrt am Montag bedeuten. Es ist mit Sicher­heit nicht ein­fach, TV- und Fan-Wün­sche in Ein­klang zu bringen, aber solche Anset­zungen darf es nicht geben. Die Anstoß­zeiten um eine Stunde nach hinten zu ver­schieben, wäre ja für viele Fans schon eine Erleich­te­rung. Außerdem muss das Ungleich­ge­wicht behoben und die Spiele dafür besser ver­teilt werden.