Ich bin immer noch hin und weg vom Spiel der Glad­ba­cher gegen Bayern Mün­chen. 3:1 gewonnen, nicht irgendwie, son­dern mit System. Diese 90 Minuten waren für jeden Fuß­ball­kenner ein­fach ein Genuss. Selten habe ich eine Bun­des­liga-Mann­schaft so sehr nach einer Idee spielen sehen, wie die Borussia am Frei­tag­abend.

Und es waren nicht nur die über­ra­genden Marco Reus und Patrick Herr­mann, denen dieses Lob gebührt, son­dern die gesamte Mann­schaft. Ange­fangen bei den Innen­ver­tei­di­gern Stranzl und Brou­wers, die ihren Job in der Defen­siv­zen­trale ein­fach ver­dammt gut erle­digt haben, über Nordtveit, Neu­städter, Arango und Hanke, die durch ihre Lauf­be­reit­schaft die Bemü­hungen der Mün­chener schon im Keim erstickt haben. Robben, Müller oder Kroos wurden bei der Ball­an­nahme nicht nur gedop­pelt, sie waren teil­weise umzin­gelt von gleich vier Borussen! Das setzt eine unge­heure tak­ti­sche Dis­zi­plin voraus, die nur dann mög­lich ist, wenn die Mann­schaft ihrem Trainer aufs Wort gehorcht.

Alles hört auf das Kom­mando von Lucien Favre

Das ist die große Stärke der Glad­ba­cher: Da tanzt nie­mand aus der Reihe, alles hört auf das Kom­mando von Lucien Fravre. Wenn Favre morgen von seiner Mann­schaft ver­langen würde, vom Fern­seh­turm zu springen – diese Truppe würde das machen. Weil sie weiß, dass ihr Trainer eine Idee hat, die sich lohnt, auch umge­setzt zu werden. Der Erfolg gibt Favre Recht. So wie er seine Mann­schaft Fuß­ball spielen lässt, kann sie im besten Fall auch Bayern Mün­chen vor­führen.

Wo soll das nur enden? Ich sage: Mit dem Gewinn der Deut­schen Meis­ter­schaft! Natür­lich nur dann, wenn alles optimal läuft, denn Mön­chen­glad­bach ist nomi­nell nicht so gut besetzt, wie die Bayern, wie Dort­mund, wie Schalke, wie Lever­kusen. Der ent­schei­dende Vor­teil der Borussia ist die so wun­derbar har­mo­nie­rende Mann­schaft. Da greift ein Räd­chen ins andere, selten habe ich einer Mann­schaft zuge­schaut, die so plan­mäßig ein­stu­dierte Lauf­wege abge­spult hat, wie Glad­bach am Frei­tag­abend gegen die Bayern.

Borus­sias Spiel hat vor allem eines: Einen Plan!

Das hat Hand und Fuß, Sinn und Zweck und vor allem: einen Plan. Gute Mann­schaften ver­folgen einen Plan und wenn die Fuß­baller von Borussia Mön­chen­glad­bach klug sind, dann machen sie auch in den rest­li­chen 16 Sai­son­spielen genau das, was Lucien Favre von ihnen ver­langt. Es dürfte sich lohnen…