Seite 2: Braucht jemand eine Abreibung?

Kennen Sie eigent­lich Hans-Peter Briegel?
Bevor ich hier­herkam, kannte ich ihn nicht. Dann spra­chen mich immer wieder Fans auf ihn an.

Er hat zehn Jahre vor Ihrer Geburt bei Hellas gespielt und wurde sogar Meister. Der dama­lige Klub-Prä­si­dent ver­sprach ihm einen Mase­rati, wenn er zehn Tore in der Saison schießt. Wohl in der Annahme, dass das nie pas­sieren wird, Briegel war ja Abwehr­spieler. Aber Briegel schei­terte nur knapp. Am Ende machte er neun Tore.
Unser Prä­si­dent ist auch spen­dabel. Wir bekommen zwar keinen Mase­rati, dafür ist der Verein zu klein, aber viele Elek­tro­nik­pro­dukte. Smart­phones, Tablets, so was halt.

Jetzt haben Sie ja genug Zeit, um die Sachen zu nutzen. Was ist Ihre Net­flix-Emp­feh­lung?
Ich freue mich gerade auf die neue Staffel von The Black­list“. Auch Sex Edu­ca­tion“ schaue ich ganz gerne. Seit einiger Zeit habe ich Pod­casts für mich ent­deckt. Fest und flau­schig“, der Klas­siker. Aber ich zappe auch ganz gerne durchs Angebot. Pod­kinski“ von Palina Rojinski gefällt mir auch sehr gut.

Wie oft gehen Sie momentan raus?
Eigent­lich nur zum Ein­kaufen. Der Super­markt ist glück­li­cher­weise direkt um die Ecke. Die Straßen sind gespens­tisch leer. End­lich, muss man dazu sagen. Denn lange haben die Leute die Gefahr hier nicht ernst genommen. Ab und zu fährt die Polizei Patrouille und for­dert die Leute auf, in den Woh­nungen zu bleiben.

Wie trai­nieren Sie?
Eine Mega­villa samt Luxus-Fit­ness­studio und Rie­sen­garten wie die Super­stars haben wir nicht. Wir wohnen in einer Stadt­woh­nung, Lauf­trai­ning ist also eher schwierig. Aber wir haben von unseren Fit­ness­trai­nern Übungen für die Woh­nung bekommen, die mache ich meis­tens ab 15 Uhr mit meiner Frau zusammen, die dann mit Switch Ring Fit trai­niert.

Und bis 15 Uhr? End­lich mal aus­schlafen?
So war es die ersten drei Tage wirk­lich. Meine Frau und ich haben uns etwas gehen­lassen und sind immer erst um 11 oder 12 Uhr auf­ge­standen. Aber dann wirst du den ganzen Tag nicht mehr wach. So geht’s nicht weiter, habe ich gesagt. Seitdem ver­su­chen wir, einen nor­malen Alltag zu simu­lieren: Früh auf­stehen, duschen, anziehen, Früh­stück, Kaffee, abends kochen wir.


Imago20043295h

Flut­licht des Stadio Marcan­tonio Ben­te­godi (Fas­sungs­ver­mögen: 39.211)

Imago Images

Und sonst so?
Ich gehe gerne auf den Balkon, von dort blicke ich auf einen Park. Der war früher voller Men­schen, die dort spa­zieren waren oder gekickt haben. Dahinter sehe ich sogar Flut­lichter des Sta­dions. Die sind jetzt nicht mehr an. Ansonsten schaue ich mir gerne alte Spiele von mir an, wir bekommen die ja von unserem Trai­ner­team. End­lich mal Zeit für eine aus­gie­bige Selbst­ana­lyse.

Wir dachten, alle Profis spielen jetzt den ganzen Tag Play­sta­tion.
Klar. Mache ich auch. Gerne Call Of Duty. Oder auch Fifa mit den Freunden aus Deutsch­land. Wenn mal wieder jemand eine Abrei­bung braucht. (Lacht.)