Attacke, Attacke und noch­mals Attacke. Egal wer in Füh­rung liegt. Das ist das uner­schüt­ter­liche Spiel der Chi­lenen der ver­gan­genen Jahre.

Aggres­sion – auf eine posi­tive Art und Weise – ist eine andere Eigen­schaft, und erstreckt sich im Team von der Ver­tei­di­gung bis in den Angriff. Eine Idee, die Trainer Jorge Sam­paoli von seinem Idol Mar­celo Bielsa über­nommen hat. Die Phi­lo­so­phie dahinter: Nicht bloß erschöp­fend dem Ball hin­ter­her­zu­laufen, son­dern zu ver­su­chen, geg­ne­ri­sche Angriffe bereits im Ansatz zu ersti­cken.

Finale Bälle auf San­chez und Vargas

Auch sonst lässt Sam­paoli tak­tisch ähn­lich spielen wie El Loco“ Bielsa: Er bevor­zugt drei Angreifer: zwei auf den Flü­geln und eine klas­si­sche Neun. Nichts­des­to­trotz, seine Wert­schät­zung für den Krea­tiven Jorge Val­díva – ein tech­nisch ver­sierter offen­siver Mit­tel­feld­spieler – haben leichte Ver­än­de­rungen in seiner klas­si­schen Auf­stel­lung mit sich gebracht. Seine Auf­gabe besteht darin, die finalen Bälle zu Edu­ardo Vargas und Alexis San­chez zu spielen, die häufig schnelle und scharfe dia­go­nale Läufe hinter den geg­ne­ri­schen Ver­tei­di­gern unter­nehmen.

Flanken sind eben­falls ein wich­tiger Faktor in Sam­paolis Spiel. Die Außen­ver­tei­diger, Eugenio Mena vom FC Santos und Mau­ricio Isla von Juventus Turin – spielen eine ent­schei­dende Rolle in seiner Taktik. Des­wegen braucht er schnelle und zuver­läs­sige Spieler um seine tak­ti­schen Vor­stel­lungen in die Tat umzu­setzen. Die Ver­bin­dung zwi­schen Isla und Alexis San­chez auf dem rechten Flügel, die aus ihrer gemein­samen Zeit bei Udi­nese Calcio resul­tiert, ist der Bereich, aus dem heraus Chile seinen Geg­nern am meisten Schaden zufügen kann.

Vor­sicht vor Flanken auf den kurzen Pfosten!

La Roja“ hat keine groß gewach­senen Stürmer, lange Flanken auf den zweiten Pfosten sind des­halb eher selten und werden statt­dessen auf den kurzen Pfosten gespielt, wo das Anti­zi­pa­ti­ons­ver­mögen von Vargas und San­chez den Unter­schied aus­ma­chen kann.

Rodrigo Diez ist Teil des Guar­dian Netz­werks“ und arbeitet für den chi­le­ni­schen Fern­seh­sender TVN. Folgt ihm hier auf Twitter!