Liebe Werder-Fans, ihr müsst jetzt ganz stark sein. Denn die Lage in Bremen ist ernster, als man aktuell viel­leicht ver­muten würde. Ich jeden­falls mache mir große Sorgen um die nahe Zukunft des SVW. Wenn sich nicht bald etwas ändert, dann müssen alle, deren Herz an Werder hängt, damit rechnen, in den kom­menden Jahren schon mit einem ein­stel­ligen Tabel­len­platz zufrieden zu sein.

Und die gegen­wär­tige Situa­tion täuscht noch, nor­ma­ler­weise hat Werder Bremen momentan nicht das Zeug, um einen Platz in der Europa League zu ergat­tern. Dafür hat der Verein die Zei­chen der Zeit ein­fach ver­passt.

Werder tritt auf der Stelle: Wegen Lemke und Fischer!

Seit nun schon zwei Jahren tritt Werder auf der Stelle. Wäh­rend in Han­nover oder Mön­chen­glad­bach nach und nach ein Umbruch voll­zogen wurde, ent­schei­dende Posi­tionen in der Klub­füh­rung neu bestückt wurden, halten sich in Bremen immer noch die glei­chen alten Männer an ihren Ämtern fest wie vor 15 Jahren. Ich spreche nicht von Thomas Schaaf und Klaus Allofs, dieses Duo macht immer noch einen guten Job.

Es geht um Prä­si­dent Klaus-Dieter Fischer und den Vor­sit­zenden des Auf­sichts­rates Willi Lemke. Aus meiner Sicht kann Werder mit diesen beiden Per­sonen nicht für die Zukunft planen – son­dern bleibt ein­fach auf der Stelle stehen.

Die Bremer Scou­ting-Abtei­lung hat keine gute Arbeit geleistet

Fischer und Lemke ent­scheiden bei Werder, wo es lang geht. Sie haben die Macht über die Finanzen und damit die sport­liche Pla­nung. Sie haben den Fehler zu ver­ant­worten, dass nicht schon vor zwei Jahren die jungen Talente in den Erst­li­gakader ein­ge­baut wurden, son­dern erst in dieser Saison. Sie sind ver­ant­wort­lich für die Bremer Scou­ting-Abtei­lung, die in den ver­gan­genen Jahren bis auf wenige Aus­nahmen keine gute Arbeit geleistet hat. Sie sind es auch, die Schaaf und Allofs das nötige Klein­geld ver­wehrt haben, als es darum ging, sport­lich wert­volle Spieler ein­zu­kaufen.

Jetzt stehen Trainer und Manager vor großen Pro­blemen: Weil die Mann­schaft auf Dauer nicht inter­na­tional wett­be­werbs­fähig ist, werden die wich­tigsten Spieler den Verein ver­lassen, um sich nach bes­seren Per­spek­tiven umzu­sehen. Tim Wiese ist schon weg, Claudio Pizarro kurz davor, Naldo wird ver­mut­lich eben­falls gehen. Was bleibt, sind zwar talen­tierte, aber gänz­lich uner­fah­rene Jüng­linge, mit denen alleine man sicher­lich nicht um die Plätze eins bis sechs spielen kann. Die nächste Saison wird alle Werder-Fans auf eine harte Probe stellen.

Marco Bode kann Werder wei­ter­helfen

Doch wer meckert, der sollte auch Lösungs­vor­schläge anbieten. Meiner Mei­nung nach lässt Werder mit Marco Bode einen hoch­in­tel­li­gentes Talent nur auf der Ersatz­bank sitzen. Seit 2011 ist Marco Nach­rück­kan­didat für den Auf­sichtsrat – das nennt man ver­schenktes Poten­tial! Marco Bode sollte so schnell wie mög­lich eine füh­rende Funk­tion bei Werder über­nehmen, er besitzt die Fähig­keiten, in Bremen einen erfolg­rei­chen Umbruch ein­zu­leiten. Vor allem hat er den Mut dazu. 

Außerdem bietet sich ein Blick nach Han­nover an. Dort haben die Ver­ant­wort­li­chen seit einiger Zeit ein fan­tas­ti­sches Händ­chen, was die güns­tige Ver­pflich­tung von richtig guten Spie­lern angeht, um sie dann in Kom­bi­na­tion mit jungen Talenten zu einer anstän­digen Mann­schaft zu formen. Exakt die Fähig­keiten, für die Werder jah­re­lang berühmt war. Jetzt sind es die 96er, die Werder zeigen wie es geht.

Lieber ein Ende mit Schre­cken…

Eines möchte ich noch klar stellen: Ich habe beim SV Werder nichts zu sagen. Das sind ledig­lich meine Ansichten als ehe­ma­liger Spieler und Beob­achter des Ver­eins. Meine Worte werden sicher­lich keine kon­krete Wir­kung zeigen. Aber es tut mir weh, zu sehen, wie ein so großer Klub wie der SV Werder, der jah­re­lang in der Cham­pions League mit­ge­spielt hat, nun in der Ver­sen­kung zu ver­schwinden droht. Jetzt muss sich etwas ändern, jetzt muss die Klub­füh­rung ihre Kon­se­quenzen aus den ver­passten Chancen ziehen! 
Wie heißt es so schön: Lieber ein Ende mit Schre­cken, als Schre­cken ohne Ende.

Jetzt stehen Trainer und Manager vor großen Pro­blemen: Weil die Mann­schaft auf Dauer nicht inter­na­tional wett­be­werbs­fähig ist, werden die wich­tigsten Spieler den Verein ver­lassen, um sich nach bes­seren Per­spek­tiven umzu­sehen. Tim Wiese ist schon weg, Claudio Pizarro kurz davor, Naldo wird ver­mut­lich eben­falls gehen. Was bleibt, sind zwar talen­tierte, aber gänz­lich uner­fah­rene Jüng­linge, mit denen alleine man sicher­lich nicht um die Plätze eins bis sechs spielen kann. Die nächste Saison wird alle Werder-Fans auf eine harte Probe stellen.