Wer hätte es gewusst? Gene Sim­mons hatte laut eigener Aus­sage bereits mit über 3000 Frauen Geschlechts­ver­kehr. Was das mit Mac­cabi Haifa zu tun hat? Nun, der Bas­sist der ame­ri­ka­ni­schen Rock­band KISS und Mac­cabi stammen aus der glei­chen Stadt. Der Rock & Roll Hüne erblickte 1949 als »Chaim Witz« in der nord­is­rae­li­schen Hafen­stadt das Licht der Welt. 1955 emi­grierte er in die USA. Der Fuß­ball­klub Mac­cabi Haifa wurde schon 36 Jahre früher ins Leben gerufen. Ob Gene Sim­mons jemals bei einem Spiel von Mac­cabi im Qiryat-Eliezer-Sta­dion zugegen war und dabei auch schon Geschlechts­ver­kehr hatte, ist leider nicht über­lie­fert.



Fest steht zumin­dest, dass es heute Abend zum Gast­spiel der Israelis bei den Münchner Bayern kommen wird. Die Truppe von Trainer Ronnie Levy hatte das Hin­spiel vor zwei Monaten mit 0:3 ver­loren. Das Ergebnis fiel jedoch deut­li­cher aus, als es der Spiel­ver­lauf wider­ge­spie­gelt hatte. Lange Zeit hielt Mac­cabi das 0:0, ehe van Buyten in der 68. Minute den Favo­riten in Füh­rung brachte.

Das Maß aller Dinge in Israel


Bay­erns Gegner hat zwar bis­lang null Punkte und null Tore auf der Haben­seite in Gruppe A der Cham­pions League, unter­schätzen sollten die Münchner ihren Gegner aber nicht, denn gegen Bor­deaux und Juventus gab es jeweils nur knappe 0:1‑Niederlagen. Der Blick auf die israe­li­sche Liga sollte den Bayern-Ver­ant­wort­li­chen zusätz­liche War­nung sein. Zehn Spiele, zehn Siege und mit neun Punkten Vor­sprung Tabel­len­führer ­– die Bilanz von Mac­cabi Haifa in der »Ligat Ha’al« spricht eine deut­liche Sprache. Am letzten Spieltag fei­erte der Titel­ver­tei­diger einen unge­fähr­deten 4:1‑Heimsieg gegen Mac­cabi Ahi Naza­reth. Damit ist Haifa seit 22 Liga­spielen unge­schlagen und aktuell das Maß aller Dinge im israe­li­schen Fuß­ball.

2002/2003 schaffte Mac­cabi Haifa als erstes israe­li­sches Team den Einzug in die Grup­pen­phase der Cham­pions League. Von 2004 bis 2007 spielte Glad­bachs Roberto Cola­utti für Haifa und machte dort in 112 Spielen statt­liche 48 Tore. Mitt­ler­weile stehen für den Klub 11 Meis­ter­titel auf der Haben­seite, alleine sechs in den ver­gan­genen neun Jahren.

Zum Groß­teil besteht das Team von Erfolgs­trainer Ronnie Levy aus jungen Spie­lern – gerade einmal 24,04 Jahre beträgt das Durch­schnitts­alter im Kader. Dem Gros der Akteure werden bril­lante tech­ni­sche Fähig­keiten nach­ge­sagt, woran es jedoch hapert ist Cle­ver­ness und tak­ti­sche Dis­zi­plin.

In der Abwehr soll der erst in dieser Saison ver­pflich­tete Por­tu­giese Jorge Tei­xeira die Vie­rer­kette zusam­men­halten. Mit 32 Jahren ist Tor­hüter Nir Davi­do­vitch mit Abstand der Erfah­renste bei Mac­cabi. Seit 1995 spielt er für die Grün-Weissen. Größtes Talent ist zwei­fellos der 18-jäh­rige Eyal Golasa, der in einem 4−4−2 System mit zwei »Sech­sern« wohl im linken Mit­tel­feld gegen die Bayern auf­laufen wird.

Man­chester United wurde schon geschlagen


Daneben bildet der erfah­rene Yabniv Katan das Sturmduo mit dem Geor­gier Vla­dimir Dva­lish­vili. Angreifer Katan war es auch, der am 18. Sep­tember 2002 den ersten Treffer einer israe­li­schen Mann­schaft in der höchsten euro­päi­schen Spiel­klasse erzielen konnte, im Old Traf­ford gegen Man­chester United stand jedoch nach dem Schluss­pfiff eine 2:5‑Niederlage zu Buche. Im Rück­spiel wurden die »Reds« dann sen­sa­tio­nell mit 3:0 besiegt. In sel­biger Gruppe war damals auch Bayer Lever­kusen. Gegen das Team vom dama­ligen Coach Klaus Topp­möller hagelte es jedoch zwei Nie­der­lagen für Mac­cabi.

Für den heu­tigen Ver­gleich mit Bayern Mün­chen kün­digte Trainer Levy bereits an, dass sich seine Mann­schaft nicht ver­ste­cken werde. Schließ­lich hätte man mit zwei Siegen noch die theo­re­ti­sche Mög­lich­keit in den UEFA-Cup ein­zu­ziehen. Dass die Bayern mit dem Rücken zur Wand stehen, könnte eine zusätz­liche Hilfe sein. Denn der Druck lastet immens auf der zuletzt so ent­täu­schenden Mil­lio­nen­truppe von Louis van Gaal. Bei einer Nie­der­lage wäre der Hol­länder ver­mut­lich nicht mehr im Amt zu halten.

Falls der »General« ent­lassen werden würde, wäre KISS wohl genau der rich­tige Sound für den zuletzt vom Hol­länder sus­pen­dierten Luca Toni. Zu den Zeilen »I wanna Rock n Roll all night and party every day« könnte man sich das Freu­den­tänz­chen des Bayern-Stür­mers gut vor­stellen.

Und viel­leicht schaut ja Kiss-Bas­sist und Haifa-Sohn, Gene Sim­mons, heute abend auch nach Mün­chen, wenn es für die Bayern gegen Mac­cabi um alles geht.