Seite 2: „Der Gegenspieler des Tages“

6. Paolo di Canio 
Paolo di Canio, einst Jahre lang bei Lazio Rom am Ball, wirkt furcht­ein­flö­ßend. Parolen faschis­ti­scher Natur ent­spre­chen seinem Habitus. Die Laziali legen ihm dafür zu Füßen, Fuß­ball-Europa schüt­telt der­weil ange­wi­dert den Kopf. Fair-Play-Qua­li­täten hätte man daher eher einem gezinkten Würfel als dem Ita­liener zuge­schrieben. Doch tat­säch­lich, als der Stürmer noch in der Pre­mier League bei West Ham United kickte (zwi­schen 1999 und 2003), gab er sich einmal ganz nobel. Im Spiel gegen den FC Everton ver­zich­tete di Canio frei­willig auf einen Treffer, obwohl der Ball nur noch darauf war­tete, über die Linie gedrückt zu werden. Ever­tons Tor­hüter Paul Ger­rard hatte jedoch kau­ernd auf dem Boden gelegen, der Stürmer fing aus diesem Grund den Ball nach einer Flanke ab und rannte auf Ger­rard zu, um sich nach seinem Zustand zu erkun­digen. Das Lob für diese Aktion ging di Canio einer­seits runter wie der feinste Lam­brusco aus Modena. Als ihm aber die Frage, ob er auch in einem Derby gegen den AS Rom so gehan­delt hätte, zuge­tragen wurde, verlor sich di Canio in besorg­nis­er­re­gender Meta­phorik: Im Derby gegen die Roma würde ich mir eher die Hand abha­cken lassen, als den Ball auf­zu­heben.“

7. Miroslav Klose 
Saison 2004/05, 31. Spieltag, Elf­meter für Werder Bremen. Oder doch nicht? Miroslav Klose war von Mat­thias Hain im Straf­raum bedrängt worden. Unfair hatte der Tor­steher der Bie­le­felder Arminia den deut­schen Natio­nal­stürmer nicht zu Fall gebracht, die Gelbe Karte für Hain und der von Referee Her­bert Fandel aus­ge­spro­chene Straf­stoß ent­behrten jeg­li­cher Grund­lage. Klose wusste das und schwieg nicht. Nach seinem Geständnis an Fandel nahm dieser nicht nur den Elfer, son­dern auch die Ver­war­nung für Hain zurück. Dass es zu diesem Zeit­punkt noch 0:0 gestanden hatte (End­stand: 3:0 für Werder), rückte die Aktion noch weiter in den Mit­tel­punkt der posi­tiven Rezep­tion. Klose erhielt für seine Ehr­lich­keit zwei Aus­zeich­nungen: die Fair-Play-Pla­kette des deut­schen Sports von der Deut­schen Olym­pi­schen Gesell­schaft sowie die Fair­play-Tro­phäe vom Ver­band Deut­scher Sport­jour­na­listen.

8. Franco di Greci
Auch im Ama­teur­fuß­ball werden hier und da faire Gesten regis­triert: In der Saison 2010/11 gab es im Kreis Bad Kreuz­nach (Rhein­land-Pfalz) beim Kreis­li­ga­spiel zwi­schen dem TuS Guten­berg und dem FV Hoch­stätten Elf­meter für den FV. Das kuriose an der Sache: Die beiden zu Fall gekom­menen Hoch­stätter waren nicht von Guten­berger Spie­lern berührt worden. Sie hatten sich selbst über den Haufen gerannt. Als Franco di Greci, seines Zei­chens Tor­jäger beim FV, zum Elf­meter antrat, ver­zich­tete er frei­willig auf einen mög­li­chen Treffer: Er schoss den Ball an die Eck­fahne.

9. Bas­tian Schwein­s­teiger 
Als der deut­sche Vor­zei­ge­ki­cker in der Saison 2010/11 im DFB-Pokal­spiel gegen den VfB Stutt­gart (End­stand: 3:6) von Khalid Bou­lah­rouz gelegt wurde, kannte Schieds­richter Flo­rian Meyer kein Erbarmen: Frei­stoß Bayern, Gelb-Rot für den Nie­der­länder. Schwein­s­teiger ging kurz in sich und kam zu dem Ent­schluss, dass das Ver­gehen des Stutt­gar­ters gar nicht so schlimm gewesen war. Es war ein Foul, aber keine Gelbe Karte“, redete die Nummer 31 der Bayern des­wegen auf Meyer ein, um dessen Ent­schei­dung zu revi­dieren. Der Unpar­tei­ische blieb hart. Nach dem Spiel gab’s für den Münchner warme Worte von VfB-Coach Bruno Lab­badia: Er ist nicht nur ein guter, son­dern ein ganz großer Spieler. Ein Rie­sen­kom­pli­ment für ihn, das ver­dient Hoch­ach­tung.“

10. Der Gegen­spieler des Tages“
Warum die SG Olympia/​Leoni den wählt, lest ihr hier »>