Die Kei­lerei zwi­schen Werder und Frank­furt
War das nun eine ori­gi­nale Beu­lerei, die sich Spieler und Trainer am Frei­tag­abend lie­ferten oder nicht mehr als die all­seits gefor­derte, gesunde Härte zweier Bun­des­li­ga­mann­schaften? Wissen wir nicht. Beson­ders bitter ver­lief der Abend jeden­falls für die Kol­legen von DAZN, die ver­gessen hatten, sich vorab die Rechte für irgend­einen Schwer­ge­wichts­jahr­hun­dert­kampf zu sichern, für den sie bei jeder sich bie­tenden Gele­gen­heit hätten Wer­bung machen können.

Flo­rian Koh­feldt
Die Ran­ge­leien in allen Ehren. Und auch die abschlie­ßende Ein­lage in Römisch Grie­chisch zwi­schen ein­zelnen Spie­lern – wenn es denn sein muss. Was aber wirk­lich nicht geht: Sich wie Flo­rian Koh­feldt nach Abpfiff hin­zu­stellen und den Gegner cha­rak­terlos in den Himmel zu loben: Ein Verein wie Ein­tracht Frank­furt: Der ist so geil. Aber wir müssen doch alle in der Lage sein, ein Fuß­ball­spiel zu spielen und uns danach die Hand zu schüt­teln.“ Nein, müssen wir ganz sicher nicht. Und jetzt zieh’ dir end­lich die Box­hand­schuhe wieder über.

Wataru Endo
Gegen Schalke foulte Endo am häu­figsten, wurde am häu­figsten gefoult, lief die meisten Kilo­meter, schoss zwei Tore und legte zwei wei­tere vor. Nach Spie­lende bezeich­nete ihn Trainer Pel­le­grino Mata­razzo als Sol­daten“, Sport­di­rektor Sven Mis­lintat wählte den Begriff Body­guard“. Tor­wart Gregor Kobel sagte: Er macht die Drecks­ar­beit bei uns.“ Nur noch eine Frage der Zeit also bis sich Endo ein Triple‑X auf den Nacken täto­wieren lässt, Rambo-artig vom Hub­schrauber aufs Trai­nings­ge­lände fall­schirm­springt und Sätze sagt wie Kevin Cos­tner: Jeder hat vor irgend­etwas Angst. Ich habe Angst, dass ich im rich­tigen Augen­blick nicht da bin.“

Robert Lewan­dowski
Gute Nach­richt für alle kom­menden Gegner des FC Bayern: Dem­nach können Ver­tei­diger darauf hoffen, schon bald geimpft zu werden, weil sie beim anste­henden Duell mit Robert Lewan­dowski zu den beson­ders gefähr­deten Per­sonen zählen.

Koen Cas­teels
Was viele nicht wissen: Im Pri­vaten eilt Koen Cas­teels durch Wolfs­burg, pflegt die Vor­gärten älterer Herr­schaften, fährt Essen aus, gibt Kin­dern Nach­hilfe. Warum? Wolfs­burgs Rück­halt ist da, wo er gebraucht wird.

Boateng, Hum­mels und Müller
Welt­meister, Cham­pions League, unzäh­lige Deut­sche Meis­ter­schaften und Pokale. Jerome Boateng, Mats Hum­mels und Thomas Müller haben vieles gewonnen. Dass jetzt aber Bun­des­trainer Joa­chim Löw nach durch­wach­senen zwei Jahren und einem mit­tel­mäßig gelun­genen Umbruch auf Knien her­an­robben muss, um die drei Granden für das kom­mende Tur­nier in den Kader zu bitten, das ist ein der­artig per­sön­li­cher Tri­umph, wir würden uns nicht wun­dern, wenn morgen das Bran­den­burger Tor abge­sperrt wird, damit Boateng, Hum­mels und Müller dort super­pein­lich vor Tau­senden jubelnd auf einer Bühne singen: So gehen die Rentner, die Rentner die gehen so…“.