Snoop Dogg hat in seinem Leben alles erreicht. 1995 ver­öf­fent­lichte er mit Dog­gy­style“ eines der erfolg­reichsten HipHop-Alben aller Zeiten. Er hing mit Dr. Dre ab und mit Tupac Shakur. Er trug Ketten, mit deren Wert man ganze Länder sanieren könnte. Er rauchte Joints, die so dick waren wie die Waden von Uli Borowka. Er drehte Por­no­filme, spielte in Starsky & Hutch“ mit und ent­warf einen eigenen Cadillac, den er Snoop De Ville“ taufte.
 
Und wenn es zwi­schen­durch doch mal lang­weilig wurde, änderte er seinen Namen. Anfangs hieß er Snoop Doggy Dogg, dann Snoop Dogg, gele­gent­lich trat er als Snoop­zilla auf, und heute nennt er sich Snoop Lion.

Snoop und Fuß­ball!
 
An dieser Stelle darf man berech­tig­ter­weise fragen: Was hat dieser ver­dammte Supertyp mit meiner ver­dammten Super­sportart Fuß­ball am Hut?
 
Ganz ein­fach: Snoop ist Fan. Er findet Fuß­ball so groß­artig, dass er sich immer mal wieder in Tri­kots seiner Lieb­lings­mann­schaften zeigt. Mal mit dem des FC Bar­ce­lona, mal mit einem Ori­ginal-Bra­si­lien-Jersey von Ronald­inho. 2007, bei den MTV Music Awards, trug er sogar eines von 1860 Mün­chen. Es war der größte inter­na­tio­nale Auf­tritt der Löwen seit dem Errei­chen des Euro­pa­pokal-End­spiels 1965. Aber das ist eine andere Geschichte.
 
Dass Snoop die Sache mit Fuß­ball sehr ernst meint, bewies er vor einigen Monaten, als er seinem Leib- und Magen­verein Celtic Glasgow zwei Ange­bote machte: Er wollte bei einem Spiel als Mas­kott­chen ein­laufen – und danach den Klub kaufen. Beide Vor­haben stehen noch aus.

Sie gehen nicht mit David auf die Piste, Mr. Snoop“
 
Und dann ist da die Sache mit David Beckham. Als Becks für L.A. Galaxy spielte, zogen die beiden Männer gele­gent­lich um die Häuser, und eines Tages fragte Snoop seinen neuen besten Freund, ob er nicht mal rappen wollte.
 
David wollte gerne, doch er musste erst seine Frau fragen, die sich gegen diesen Män­ner­bund stellte. Sie gehen nicht mit David auf die Piste, Mr. Snoop“, hatte sie dem Rapper bei einem der ersten Ken­nen­lernen in L.A. gedroht. Der wie­derum sagte, dass er gerne mal einen Film mit Beckham drehen würde, doch Vic­toria wusste, welche Filme er vorher gedreht hatte und drohte noch kräf­tiger.

Warum das alles hier und heute wichtig ist? Weil Snoop zurück ist im Fuß­ball-Game. Er will ein Musik­video mit einem ehe­ma­ligen Fuß­ball­star machen. Nicht mit Beckham, nicht mit Ronald­inho. Snoop brauchte einen rich­tigen Skan­dal­typen. Einen wie ihn. Einen Player.
 
Wer blieb? Richtig, Thorsten Legat und Adrian Mutu. Die Wahl fiel auf den Rumänen.
 
Mutu galt einst als das nächste große Ding im rumä­ni­schen Fuß­ball nach Gheorghe Hagi. Doch er ließ seine Kar­riere ein wenig schleifen. Beim FC Chelsea, zu dem er 2003 für 22 Mil­lionen Euro gewech­selt war, fiel er wegen Koka­in­kon­sums in Ungnade. Die FA sperrte ihn für sieben Monate. 2009 ent­schieden FIFA und der Inter­na­tio­nale Sport­ge­richtshof CAS, dass Mutu eine Ent­schä­di­gung von ca. 17,2 Mil­lionen Euro an Chelsea zahlen muss.

2010, Mutu spielte damals recht erfolg­reich für den AC Flo­renz, gab es wieder Pro­bleme. Damals sperrte ihn das Natio­nale Olym­pi­sche Komitee Ita­liens CONI für neun Monate. Mutu war des Dopings über­führt worden. Es war eigent­lich nur eine Frage der Zeit, bis sich Snoop und Mutu mal treffen würden.

„…because he always likes to party“
 
Denn auch sonst ließ der Rumäne es neben dem Platz und vor allem abends ordent­lich kra­chen. Und weil er das so schön tat, wie sonst keiner, grün­deten Fans sogar die Face­book-Gruppe The Adrian Mutu Party“. Da heißt es: We sup­port Adrian Mutu because he always likes to party. His pockets are always full of eight­balls for ever­y­body!“
 
Kann es ein bes­seres Bewer­bungs­schreiben für die Haupt­rolle in einem Rap­video von Snoop Dogg geben?
 
Ob er sie bekommen wird, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Momentan laufen die Cas­tings. Gedreht werden soll Mitte April in Ungarn. Mas­simo Caro­letti, der Pro­du­zent des Videos, ist guter Dinge, dass Mutu den Job bekommen wird. Zum einen ist er ein guter Kumpel von Snoop und Mutu, ande­rer­seits weiß er: Mutus Zukunft liegt im Showbiz!“ Außerdem befrie­dige ein Auf­tritt Mutus gleich zwei Ziel­gruppen: Männer, die seine Fuß­ball­kunst bewun­dern und Frauen, die auf Männer mit Model­ge­sich­tern und Wasch­brett­bäu­chen stehen. Auf so was stünden die Leute in Rap-Videos, weiß Caro­letti.
 
Eine Aus­sage, die durchaus Sinn macht. Eine Aus­sage, die aller­dings eine andere Sache zum Schei­tern bringen wird: unsere eigene Bewer­bung.