Seite 4: Wer ist der nächste Türöffner?

Die Hoff­nung ist, dass diese Zusam­men­ar­beit den nächsten Tür­öffner pro­du­ziert. Schon jetzt spielen vier US-Talente – Weston McKennie, Haji Wright, Nick Tai­tague und Zyen Jones – bei Schalke. Dazu kommen Nach­wuchs­leute wie Josh Sar­gent und Isaiah Young (Bremen), Chris Richards (Bayern) oder Brady Scott (Köln). Fox Sports wirbt schon nicht mehr bloß mit Pulisic für seine Über­tra­gungen aus Deutsch­land, son­dern auch mit McKennie, und Sar­gent scheint der Nächste zu sein, durch den Fox das Pro­dukt Bun­des­liga ver­kauft.

Regio­nale Anker

Mit­hilfe einer Drei-Jahres-Studie will Schalke her­aus­finden, welche Stra­tegie der Klub lang­fristig in Ame­rika fahren sollte. Wie der Rivale aus Dort­mund, so denkt auch Königs­blau über ein Büro in Ame­rika nach und ver­sucht gerade, die rich­tige Stadt zu finden. Wegen der schieren Größe des Landes ist das Gieß­kan­nen­prinzip in den USA nicht prak­ti­kabel, man muss regional vor­gehen und daher seinen Standort gut wählen.

Sieht man sich an, wie Schalke und die anderen deut­schen Ver­eine in den USA nach Märkten schürfen und sie erschließen möchten, wie sie sich als Pro­dukt begreifen und ver­kaufen (wenn auch als ein sehr volks­nahes Pro­dukt), dann drängt sich die Frage auf, ob nicht viel­leicht ein Verein wie Bayer Lever­kusen die besten Chancen hat, weil er sich mit so etwas aus­kennt.

Vor­teil: Werkself

Kein deut­scher Fuß­ball­verein wird es ein­fach haben, den ame­ri­ka­ni­schen Sport­markt zu erobern“, sagt Jochen Rott­haus von Bayer 04. Für ihn ist das wert­vollste Pfund, mit dem er wuchern kann, eine Mut­ter­firma mit welt­weiter Prä­senz und einer welt­weiten Struktur, die viele Syn­er­gien mög­lich macht“. Rott­haus sagt, sein Klub sei schon seit einer Weile“ dabei, frucht­bare Dis­kus­sionen“ mit dem Bayer-Kon­zern über dieses Thema zu führen. Neben dem Know-how und dem Netz­werk eines Global Players bedeuten die Bande zur Bayer AG auch, dass der Verein in Ame­rika eine natür­liche Fan­basis hat.

Schließ­lich beschäf­tigt das Unter­nehmen hier 15 000 Mit­ar­beiter. Da ist der Spitz­name Werkself fast wört­lich zu nehmen. Bei den Enga­ge­ments der Bun­des­li­ga­klubs in den USA geht es weniger um Fuß­ball als viel­mehr um den Ausbau einer Marke. Und mir ist bewusst, dass die Profis des BVB oder FC Bayern in diesem Sommer nur mit halber Kraft bei uns spielten. Es waren Show­ver­an­stal­tungen, die echte Vor­be­rei­tung begann erst in den Wochen danach. Man kann all das kri­tisch sehen, und viele Men­schen in Deutsch­land tun das wahr­schein­lich auch. Doch für Fans wie mich ist es ein Segen, dass die Bun­des­liga Ame­rika ent­deckt hat. Mein Lieb­lings­klub verlor im Elf­me­ter­schießen gegen Ben­fica, aber das war mir egal. Ich konnte mein Glück kaum fassen, dass ich den BVB spielen sehen durfte. Neben mir saß mein Sohn. Er ist acht Jahre alt, so alt wie meine Liebe zum BVB, und viel­leicht die nächste Fan-Genera­tion.