Marta Jan­dová ist die Sän­gerin der mit­tel­er­folg­rei­chen Ulmer Band Die Happy und war Jurorin bei der Cas­ting-Show Pop­stars“, was die Fans von Die Happy sehr erbost hat, weil sie die Musik der Band anspruchs­voll und die Show anspruchslos finden, aber das kann man so oder so sehen. Alles in allem hofiert das Wirken von Frau Jan­dovic unge­niert den musi­ka­li­schen Main­stream, mal vom Rock‑, mal vom Popufer aus. So eine wird dann gerne beauf­tragt, den offi­zi­ellen DFB-Team­song zur Welt­meis­ter­schaft zu singen, weil man mit ihr keine bösen Über­ra­schungen erlebt – aller­dings auch keine guten.



Sister hit the goal“ klingt dann auch wie ein Lied von der Res­ter­ampe der letzten Popstars“-Staffel, für das man einen neuen Text geschrieben hat, dem mög­lichst viele Schlüs­sel­wörter (Dreams! Coming! True!) unter­ge­ju­belt wurden.

Nach dem zweiten Refrain kommt eine soge­nannte Bridge mit eksta­ti­scher Zuschau­er­ku­lisse, die aller­dings eher nach Rock am Ring“ als nach Fuß­ball­sta­dion klingt, und afri­ka­ni­schen Chören – pas­send zur ersten Frauen-WM in Afrika. Ach, die WM ist gar nicht in Afrika? Egal, afri­ka­ni­sche Chöre gehen seit Waka Waka“ immer.

Wann liefen die Dinge aus dem Ruder?

Was bleibt, ist ein ziem­lich gesichts­loser 08/15-Song. Aber so häufig, wie man mit dem auf uns ein­prü­geln wird, werden wir uns die Melodie bestimmt irgend­wann merken können, und eines Tages – irgend­wann zwi­schen Viertel- und Halb­fi­nale – werden wir mit­singen. Und uns fragen, wann in unserem Leben die Dinge anfingen, aus dem Ruder zu laufen.