Wenn Fuß­ball­fans singen, klingt das nicht immer preis­ver­dächtig. Sollte es über das all­ge­meine Olé, Olé, (hier den Namen eines belieben Ver­eins ein­setzen), Olé“ hin­aus­gehen, dann meist für andere Ever­greens des Ver­eins. Man­ches mal, gerade in Eng­land, gibt es diesen Fun­ken­sprung, der eine bekannte Melodie zen­ti­me­ter­genau auf eine gerade statt­fin­dende Situa­tion ummünzt. Schlimms­ten­falls aber sind es nur wider­lich fri­sierte Gas­sen­hauer irgend­wel­cher noch wider­li­cherer Mal­lorca-Künstler. Bestes Bei­spiel hierfür ist gerade das unglaub­lich unori­gi­nelle „(hier den Namen einer belie­bigen Hass­figur oder ein­fach des Geg­ners) ist ein Huren­sohn“.

Hier­zu­lande geschieht das leider zu oft. Wer sich in den Sta­dien umhört, könnte den Glauben an die Fan­kultur schnell ver­lieren.

Seit ges­tern Abend ist alles anders. Seit ges­tern Abend besteht Zuver­sicht, dass noch lange nicht alles ver­loren ist. Dass die Fan­kultur ihren Musik­ge­schmack und das Fein­ge­fühl für den rich­tigen Moment zurück­ge­wonnen hat. Denn ges­tern spielten Frank­reich und Eng­land in Paris ein Freund­schafts­spiel und als die Mann­schaften ein­liefen, sangen 81.000 Fuß­ball­fans aus vollem Herzen Don’t look back in anger“.

Der Oasis-Song ist seit den Anschlägen von Man­chester zum Symbol gegen den Hass und Terror in Eng­land geworden. Band-Mas­ter­mind Noel Gal­lagher will alle Erlöse den Anschlags­op­fern zugute kommen lassen. Das Lied gibt den Hin­ter­blie­benen Kraft. Dazu sangen die Men­schen in Paris. Ein herz­er­grei­fend schöner Moment.