Seite 3: „Lagerfeuermäßig habe ich alles drauf, aber richtig zupfen kann ich nicht“

Wie hat sich der Fuß­ball aus Sicht eines Tor­jä­gers durch den Video­schieds­richter ver­än­dert?
Für die Emo­tionen war es früher viel geiler. Du hast ein Tor geschossen, kurz zum Lini­en­richter geschaut und wenn er nicht die Fahne gehoben hat, konn­test du jubeln. Heute gibt es dagegen Tore, bei denen man nur noch ver­halten jubelt. Ander­seits ist es in man­chen Situa­tionen gerechter geworden, vor allem bei Abseits­ent­schei­dungen.

Klingt so, als fänden Sie den Video­schieds­richter nicht so falsch.
Bei klaren Abseits­stel­lungen, bei Elf­me­tern oder über­se­henen Tät­lich­keiten ist er schon gut. Oft ist das Pro­blem gar nicht, dass ein Tor aberkannt wird, son­dern dass es so lange dauert. Und manchmal fallen Tore in Druck­phasen, aber durch das minu­ten­lange Warten kann der Schwung genommen und die geg­ne­ri­sche Mann­schaft sogar wieder stärker werden.

Drake oder die Deutsch-Rapper auf der Gitarre, wie soll das gehen?“

Kevin Volland, kaum ein Artikel über Sie kommt ohne den Hin­weis aus, der aus einem Inter­view mit 11 FREUNDE vom Sommer 2016 stammt …
… da weiß ich schon was kommt!

Näm­lich?
Das mit der Gitarre.

Genau. Haben Sie das Spielen inzwi­schen auf­ge­geben, als junger Fami­li­en­vater?
Oh nein. Ich habe inzwi­schen eine E‑Gitarre mit Mar­shall-Box, eine Kon­zert­gi­tarre und eine Akus­tik­gi­tarre, also das kom­plette Pro­gramm. Meiner Frau habe ich auch eine Gitarre geschenkt, aber die will ein­fach nicht spielen. Ihr reicht es wohl, wenn ich abends singe und auf der Gitarre klampfe. Aller­dings bin ich im Moment mit meinem Latein am Ende. Lager­feu­er­mäßig habe ich alles drauf, aber richtig zupfen kann ich nicht.

Ist es bei Ihrer musi­ka­li­schen Vor­liebe für Rock à la Guns N’ Roses geblieben?
Ja, das sind die Lieder, die man noch ver­nünftig spielen kann. Drake oder die Deutsch-Rapper auf der Gitarre, wie soll das gehen?

Würden Sie nicht gerne mal in einer Band spielen?
Nee, dazu bin ich noch zu schlecht. Ich bin ganz zufrieden damit, für mich zu spielen. Wenn meine Frau und meine Tochter weg sind, drehe ich schön den Ver­stärker auf, mich ent­spannt das ein­fach.

Schreiben Sie eigene Songs?
Nein, aber so schwer dürfte es nicht sein, ein paar Akkorde zu nehmen und einen Text dazu­zu­schreiben. Viel­leicht sollte ich ein Lie­bes­lied für Baumi schreiben, wegen des Fischs unter dem Sitz.

Den Fish-Song“?
Genau, den spiele ich, wenn er mal seine Schuhe an den Nagel hängt auf der Abschieds­feier. Blubb, blubb, blubb.

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Max Slo­bodda