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50 Jahre Frauenfußball

Im Herbst 1970 hob der DFB das Verbot des Frau­en­fuß­balls in Deutsch­land auf. Für 11FREUNDE #228 haben wir daher 50 Geschichten aus 50 Jahren Frau­en­fuß­ball in Deutsch­land gesam­melt. Das Heft gibt es bei uns im Shop. Die Geschichten 11 – 20 jetzt hier.

1980 — Horst Schmidt ist in Schwie­rig­keiten. Da weilt er mit der männ­li­chen B‑Jugend von Ein­tracht Frank­furt in Taiwan und was wird ihm in die Hand gedrückt? Eine Ein­la­dung für die im Jahr darauf statt­fin­dende inof­fi­zi­elle Frauen-WM. Statt der immer noch nicht exis­tie­renden Natio­nalelf schickt der DFB sein domi­nie­rendes Ver­eins­team, die SSG Ber­gisch-Glad­bach – auf eigene Kosten. Welt­meis­te­rinnen werden sie trotzdem.

1981 — In Seckach im Oden­wald gründet sich der erste reine Frau­en­fuß­ball­klub. Benannt ist er nach einem Kinder- und Jugend­dorf, das ihm die Sport­plätze zur Ver­fü­gung stellt. Der SC Klinge Seckach holt keine großen Titel, bringt aber zwei der besten deut­schen Spie­le­rinnen hervor: Silvia Neid und Renate Lingor.

Ziga­ret­ten­pause und die erste EM

1982 — Als im November die Natio­nalelf ihre Pre­miere gegen die Schweiz feiert, zit­tert Doris Kre­simon bei der Hymne am ganzen Körper. Wenig später ist die pas­sio­nierte Knip­serin eis­kalt und schießt beim 5:1 das erste Tor der deut­schen Län­der­spiel­ge­schichte. Dass dies schon per Defi­ni­tion his­to­risch ist, rea­li­siert sie indes erst viel später.

1983 — Bun­des­trainer Gero Bisanz ist ent­setzt: Eine der ersten Spie­ler­be­spre­chungen – und was pas­siert? Plötz­lich sehe ich, wie eine Spie­lerin die Beine über­ein­an­der­schlägt, in die Tasche greift und sich eine Ziga­rette anzündet.“ Der Frau­en­fuß­ball will seine anar­chis­ti­schen Wur­zeln einst­weilen gar nicht ver­leugnen.

1984 — Han­ne­lore Rat­ze­burg und ihren Mit­strei­tern sei Dank, findet end­lich die erste EM statt, endet aber für die ambi­tio­nierte deut­sche Elf mit einer bit­teren Ent­täu­schung. In der Qua­li­fi­ka­ti­ons­gruppe vier bleiben die Frauen sieglos und schei­tern an Däne­mark und den Nie­der­landen. Den Titel gewinnt später die Mann­schaft aus Schweden.