Seite 2: Weshalb die neue Führung Investoren ablehnt

Sport­lich beraten lässt sich der Vor­stand vom ehe­ma­ligen FC-Sport­di­rektor Jörg Jacobs – und von Erich Rutem­öller, der im Alter von 74 Jahren von For­tuna Düs­sel­dorf nach Köln zurück­kehrt, mit ihm kam der FC anno 1991 ins Pokal­fi­nale (und verlor im Elf­me­ter­schießen gegen Werder Bremen). Unver­gessen ist Rutem­öl­lers an Frank Orde­ne­witz gerich­tete Rot-Auf­for­de­rung aus dem Halb­fi­nale gegen Duis­burg – Mach‘ et Otze.“ Die gute alte Zeit.

Über­haupt will der FC zwar erfolg­reich sein, aber auch boden­ständig bleiben und seine Tra­di­tion bewahren. Pläne, ein neues, grö­ßeres Sta­dion irgendwo in Köln zu bauen, wo es aus­rei­chend Platz gibt, sind wohl vom Tisch. Der neue Vor­stand möchte den Standort Mün­gers­dorf erhalten und das 50 000 Besu­cher fas­sende Sta­dion even­tuell moderat erwei­tern. Aber wenn, dann ohnehin erst nach der EM 2024, bei der das Sta­dion in Mün­gers­dorf einer der zehn Spiel­orte ist.

Mit einem Investor ver­liert man seine Frei­heit“

Der FC soll der FC bleiben, den Ein­stieg großer Inves­toren lehnt Wolf ab. Wir haben uns das euro­pa­weit ange­schaut und kommen zu dem Ergebnis, dass ein Investor keine Garantie dafür ist, ganz vorne zu stehen. Wir sind der Ansicht, dass Frei­heit der größte Wert ist“, sagte Wolf der Sport Bild“. Mit einem Investor ver­liert man seine Frei­heit. Wer Geld gibt, will mit­reden. Und er wird eine Ren­dite haben wollen. Damit begibt man sich in Zwänge. Das sind Fakten. Und das wollen wir nicht.“ Wolf ori­en­tiert sich lieber am großen Rivalen vom Nie­der­rhein. Es gebe Ver­eine, sagte er jeden­falls, die ohne Inves­toren besser sind als Platz zehn. Mön­chen­glad­bach zum Bei­spiel. Geld ist sicher ein Bau­stein, um Erfolg zu haben. Aber es gibt auch andere Para­meter.“

Und dann ist da noch die Sache mit dem Geiß­bock­heim, idyl­lisch im Grün­gürtel gelegen. Eigent­lich wollte der Verein seine Trai­nings­an­lagen in seiner tra­di­tio­nellen Heimat erwei­tern und sah sich auch auf einem guten Wege, da die Ober­bür­ger­meis­terin Hen­ri­ette Reker die Pläne jah­re­lang wohl­wol­lend beglei­tete. Doch sie änderte im Sommer plötz­lich ihre Mei­nung – mit Hin­weis darauf, dass die Stadt Köln den Kli­ma­not­stand aus­ge­rufen habe. Hin­ter­grund ist, dass Reker im nächsten Jahr wieder kan­di­dieren wird und die Unter­stüt­zung der Grünen benö­tigt, die gegen den Ausbau in der Grün­zone sind. Genauso wie eine Bür­ger­initia­tive, die irrepa­rable Umwelt­schäden befürchtet. Wie diese Sache aus­geht, steht in den Sternen.

Genauso offen ist die erste wich­tige sport­liche Ent­schei­dung, die der neue Vor­stand treffen muss. Der Ver­trag Vehs, der seit Dezember 2017 als Nach­folger von Jörg Schmadtke in Köln arbeitet, läuft 2020 aus. Wolf hat bereits ver­kündet, dass die Sache bis Weih­nachten erle­digt sein soll. Doch falls der FC bis dahin nicht aus­rei­chend gepunktet haben sollte, könnte dies noch ein sehr schwie­riges Thema werden.