Declan Tanner, Sie haben eine Koope­ra­tion mit BVB Fans für die anste­henden Europa-League-Spiele initi­iert. Was steckt dahinter?
Es wird einen gemein­samen Pro­test gegen die unver­schämte Preis­po­litik einiger eng­li­scher und deut­scher Ver­eine geben. Wir kämpfen in Eng­land seit drei Jahren mit der Kam­pagne Twenty‘s Plenty“, dem Pen­dant zur Initia­tive Kein Zwanni für nen Steher“, für güns­ti­gere Ticket­preise für Aus­wärts­fans. Zusätz­lich wehren wir uns in Liver­pool gegen die Preis­ent­wick­lung bei Heim­spielen.

Ist das die erste inter­na­tio­nale Koope­ra­tion von Liver­pool-Fans?
In der Ver­gan­gen­heit haben wir der Opfer der Hills­bo­rough-Kata­strophe auch gemeinsam mit aus­län­di­schen Ver­einen gedacht. Die anste­hende Pro­test­ak­tion für faire Ticket­preise ist die erste inter­na­tio­nale Zusam­men­ar­beit dieser Art.

Zuletzt hat es im Spiel gegen Sun­der­land eine viel­be­ach­tete Aktion gegeben. Etwa 10.000 Fans ver­ließen die Anfield Road in der 77. Minute als Pro­test gegen die Ticket­preis­er­hö­hung auf 77 Pfund. Wie kam es dazu?
Wir waren über 18 Monate in Gesprä­chen mit der Fenway Sports Group“ über die Neu­ord­nung der Ein­tritts­gelder. Das 77-Pfund-Ticket war ein Stoß vor den Kopf, weil es genau das Gegen­teil der Ver­hand­lungen dar­stellte. Einen sol­chen Pro­test hat es in Eng­land zuvor nicht gegeben. Er fand so viel Anklang, weil wir uns kol­lektiv betrogen gefühlt haben.

Wie sieht die der­zei­tige Kom­mu­ni­ka­tion mit der Ver­eins­füh­rung des FC Liver­pool aus?
Für den Moment sind wir sehr zufrieden, dass unseren For­de­rungen, der Bei­be­hal­tung der der­zei­tigen Preis­struktur, ent­spro­chen wurde. Wir werden den Dialog auf­recht­erhalten, um ein mög­lichst faires Preis­mo­dell zu gestalten.

Glauben Sie, dass diese erfolg­reiche Aktion Signal­wir­kung auf andere eng­li­sche Fan­gruppen haben wird?
Unser Pro­test hat gezeigt, dass die Klub­füh­rungen scheinbar zu erkennen beginnen, dass Fuß­ball ohne Fans nicht funk­tio­niert. Hof­fent­lich nutzen andere Fan­gruppen diese Steil­vor­lage. Auf einer anderen Ebene haben die Pre­mier League-Klubs kurz danach ja eben­falls ein­ge­lenkt.

Sie meinen die Fest­set­zung des Aus­wärts­ti­cket­preises auf maximal 30 Pfund?
Genau, kurz zuvor wurde der Antrag noch abge­lehnt. Aber nach unserem Walk-Out“ gegen Sun­der­land haben selbst die großen Ver­eine zuge­stimmt, die zuvor nichts von einer Preis­de­cke­lung wissen wollten.