Der Fern­seh­regie unter­lief ein ärger­li­cher Patzer. Gui­neas Kapitän Naby Keita stand mit Malawis Spiel­führer Lim­bi­kani Mzava im Mit­tel­kreis des Stade de Kou­e­kong in Bafoussam. Die Münze flog in die Luft, die Sei­ten­wahl wurde erle­digt. Die Regie blen­dete wäh­rend­dessen eine Grafik ein, in der die vier Schieds­richter der Partie nament­lich vor­ge­stellt wurden. Dort war der Name Salim Mukansanga zu lesen.

Doof nur, dass der zustän­dige Mit­ar­beiter in der Hektik oder aus alter Gewohn­heit ein a“ vergaß. Denn Salima Mukansanga aus Ruanda schrieb am Mon­tag­abend Geschichte. Als vierte Offi­zi­elle war sie als erste Frau jemals Teil eines Schieds­rich­ter­teams beim Afrika-Cup. Es ist der vor­läu­fige Höhe­punkt einer viel­ver­spre­chenden Lauf­bahn als Schieds­rich­terin.

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Die 33-Jäh­rige machte sich im afri­ka­ni­schen Fuß­ball mit guten Spiel­lei­tungen in Ruandas erster Männer-Liga und mit Ein­sätzen bei inter­na­tio­nalen Jugend­tur­nieren wie der U17-WM der Frauen schnell einen Namen. So erar­bei­tete sie sich rasch erste Ein­sätze bei inter­na­tio­nalen Groß­tur­nieren. 2019 lei­tete sie das Grup­pen­spiel zwi­schen Schweden und Thai­land bei der Welt­meis­ter­schaft der Frauen. Bei der Partie zwi­schen den Nie­der­landen und Kanada kam sie vier Tage später als vierte Offi­zi­elle zum Ein­satz. Beim Olym­pi­schen Fuß­ball­tur­nier der Frauen war sie gleich bei sechs Par­tien im Ein­satz, dreimal als lei­tende Schieds­rich­terin. Nun also ihr erster Ein­satz bei einem großen Kon­ti­nen­tal­tur­nier der Männer.

Sie ist eine der Besten“

In den letzten Monaten wurden die Schieds­richter durch Vor­be­rei­tungs­kurse und Pflicht­spiele meh­reren Eig­nungs­tests unter­zogen“, sagt Eddy Maillet, der Schieds­rich­ter­di­rektor des afri­ka­ni­schen Fuß­ball­ver­bands CAF, der Ana­dolu Agency. Nur die Besten sind bei diesem Event dabei. Und sie ist eine der Besten.“

Und Mukansanga ist nicht die ein­zige Frau unter den ins­ge­samt 63 Schieds­rich­te­rinnen und Schieds­rich­tern, die für den 33. Afrika-Cup nomi­niert worden sind. So ist die Marok­ka­nerin Bouchra Karo­bubi Teil des acht­köp­figen und erst­mals beim Afrika-Cup zum Ein­satz kom­menden VAR-Teams. Unter den 31 Assis­tenten und Assis­ten­tinnen finden sich mit Fatiha Jer­mouni, eben­falls aus Marokko, und der Kame­ru­nerin Carine Ate­zam­bong zudem zwei wei­tere weib­liche Schieds­rich­te­rinnen.

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Salima Mukansanga am Montag beim Spiel zwi­schen Guinea und Malawi

Pic­ture Alli­ance

Der 1:0‑Sieg von Guinea über Malawi stellte Mukansanga als vierte Offi­zi­elle übri­gens vor keine großen Schwie­rig­keiten. Drei Gelbe Karten wurden ver­teilt, ansonsten blieb es ruhig. Ob sie im Laufe des Tur­niers als Haupt­schieds­rich­terin noch ein Spiel leiten wird, ist der­zeit noch nicht bekannt. Sicher ist aber: Ihre Geschichte ist schon jetzt eine wich­tige dieses Tur­niers. Und die Kol­legen an der TV-Regie dürften ihren Namen in Zukunft hof­fent­lich auch richtig schreiben.