Brat­wurst der Woche

Freddy Adus Hater
Mitt­ler­weile sollte auch beim letzten fuß­ball­in­ter­es­sierten Men­schen der Erde ange­kommen sein, dass Freddy Adus Kar­riere einen eher beschei­denen Ver­lauf genommen hat. Vom gehypten Wun­der­kind und Nach­folger / Busenk­umpel Pelés ging es für Adu stetig abwärts, von DC United über Ben­fica zu Klubs wie FK Jago­dina oder Kuo­pion PS in der fin­ni­schen Pro­vinz, wo wir ihn unlängst besuchten und auf einen nach­denk­li­chen jungen Mann trafen, der von der Ent­wick­lung seines Lebens ent­täuscht schien.

Im Ver­lauf der Woche pos­tete Freddy Adu nun ein Foto bei Twitter, das ihn beim Staub­saugen zeigte. Er schrieb dar­unter Kein Dreck kann mich besiegen, dank meines neuen Hoover-Staub­saugers“ und mar­kierte den Post als #spon­sored. Adu hat bei Twitter knapp 400.000 Fol­lower, die Prä­senz in den Sozialen Medien ist viel­leicht das ein­zige Kapital, das er noch besitzt.

Aber das Netz ist oft gna­denlos. Binnen Minuten ent­fachte sich eine Art Spott-Sturm, indem Adus zuge­geben unge­lenker Wer­be­auf­tritt vom tobenden Mob in Fetzen gerissen wurde. Hat der Staub­sauger deine Kar­riere weg­ge­saugt?“ oder Was ist nur pas­siert? Bei ›Fuß­ball-Manager 2007‹ warst du der talen­tier­teste Nach­wuchs­spieler“, sind nur zwei von hun­derten bös­ar­tigen Kom­men­taren.

Nun sind wir prin­zi­piell der Mei­nung, dass ein wenig Spott hier und da nicht schaden kann. Aber gna­denlos auf Leute ein­prü­geln, die ohnehin schon am Boden liegen, ist ein­fach nur arm. Man mag es lächer­lich finden, dass sich ein eins­tiger Sport­star mit Staub­sauger­wer­bung über Wasser halten muss. In erster Linie ist es aller­dings sehr, sehr traurig. Und lächer­li­cher, als auf Anhieb zu wissen, wel­cher Spieler bei Fuß­ball Manager 2007“ der talen­tier­teste Nach­wuchs­ki­cker war, ist es sicher­lich auch nicht.