Seite 2: Sam, der Lausbub, Lammers

Sam Lam­mers
Tja, Andre Silva. Das hätte man so auch nicht erwarten können, dass sie dich in Frank­furt nach nur fünf Spiel­tagen eigent­lich schon fast wieder ver­gessen haben. Der Grund heißt Sam Lam­mers. Der desi­gnierte Nach­folger hat nach zwei Toren in seinen letzten beiden Spielen schon mal ange­deutet, was er kann und sieht mit seinen lockigen Haaren aus, wie der Lausbub aus der Nach­bar­schaft. Die Frage muss auch mal erlaubt sein, wann das ange­fangen hat, dass sich Fuß­baller blond gefärbte Klo­bürsten auf die Schä­del­be­haa­rung haben setzen lassen, sich Man­dalas in die Kopf­haut rasieren oder die Mähne zu kleinen Zöpf­chen zusam­men­knoten. Also Lam­mers: Weiter so! Und bevor es dunkel wird, bist du bitte zu Hause.

Robert And­rich
Auf sein erstes Tor für Bayer Lever­kusen folgte umge­hend die erste Rote Karte. Folg­lich also auch die erste Straf-Kiste, der erste Voll­rausch mit den Mann­schafts­kol­legen, die erste Ziga­rette in der Kabine, zum ersten Mal um drei Uhr nachts die Ver­eins­hymne gröhlen, nachts das erste Mal auf den Platz schlei­chen und besoffen Frei­stöße trai­nieren, das erste kaputt geschos­sene Fenster im Ver­eins­heim. Und der erste Walk of Shame am Montag, wenn es zurück zum Trai­ning geht.

Borussia Dort­mund
Spiele des BVB sind bis­lang die High­lights der jungen Bun­des­liga-Saison. 5:2, 1:2, 3:2, 4:3, 4:2 lauten die Ergeb­nisse der ersten fünf Spiel­tage. Das sind 5,5 Tore im Schnitt und liest sich im Ver­gleich zum oft­mals ein­schlä­fernden Bun­des­liga-Vor­abend­pro­gramm wie ein Splat­ter­film. Was einer­seits an dem irren Nor­weger mit der Chainsaw liegt, ande­rer­seits aber auch an der naiven Teen­ager-Ver­tei­di­gung, die natür­lich in den dunklen Wald fährt, um Urlaub zu machen. Dort gibt es natür­lich keinen Emp­fang und als dann natür­lich der Strom aus­fällt, die geg­ne­ri­schen Monster-Stürmer kommen, will das Auto natür­lich nicht anspringen, natür­lich rennen manche in den dunklen Wald hinein, manche nach oben ins Bade­zimmer, natür­lich lauert dort im Spiegel die Gefahr. Und in etwa so erklärt sich, wes­halb Dort­mund in jedem Spiel min­des­tens zwei Tore ein­ge­schenkt bekommt. Und besagter Chainsaw-Nor­weger dann wieder alles aus­baden muss. Natür­lich. Alles etwas vor­her­sehbar, aber trotzdem unter­haltsam.

Patrick Owo­moyela und Roman Wei­den­feller
Okay, zum Abschluss noch eine Quiz­frage: Was ist pein­li­cher als ein Haufen christ­de­mo­kra­ti­scher Männer, die im Kreis stehen und einen kleinen Kanz­ler­ka­ni­daten-Zwerg mit Fuß­ball­ge­sängen abfeiern? Genau, ein Haufen christ­de­mo­kra­ti­scher Männer, die im Kreis stehen und einen kleinen Kanz­ler­kan­di­daten-Zwerg mit Fuß­ball­ge­sängen abfeiern und dabei eigent­lich den Ball­spiel­verein Borussia Dort­mund reprä­sen­tieren. Die Rede ist selbst­ver­ständ­lich von Patrick Owo­moyela und Roman Wei­den­feller, die am Sonntag beim legen­dären (dritten?) Triell anwe­send waren und im Anschluss die After­show-Party von Armin Laschet auf­ge­wir­belt haben. Mit ihren 41 Jahren bringen die beiden Hans-guck-in-die-Lufts ordent­lich jugend­li­chen Elan in die Runde. Aki ist stolz!