Es gibt viele Wege, um mit den aktuell leeren Tri­bünen bei Geis­ter­spielen umzu­gehen. Borussia Mön­chen­glad­bach stellt Papp-Gesichter der eigenen Fans in den Reihen auf, der FC Köln ver­suchte es mit mit einem Köln-Schriftzug auf der Haupt­tri­büne und in Düs­sel­dorf ist man froh, dass die Plas­tik­schalen sowieso in bunter Rei­hen­folge ange­ordnet sind. Ins­ge­samt alles ein biss­chen kreativ, ein biss­chen unan­ge­nehm und mit Aus­nahme der Düs­sel­dorfer Innen­ein­rich­tung vor allem aus der Not geboren. 

Viel­leicht lohnt sich aber auch ein Blick nach Süd­korea. Dort stellte der FC Seoul am Wochen­ende Plas­tik­puppen von weib­li­chen Fans in die Ränge und die Auf­re­gung war groß, als Zuschauer beim Anblick ein leiser Ver­dacht überkam. Han­delt es sich hier etwa um Sex-Puppen?

Der Verein demen­tierte am Montag, dass man Sex­puppen ver­wendet hätte, drückte aber zugleich auf­rich­tige Reue“ über die Wahl der Plastik-Fans aus. Beim 1:0‑Sieg über Gwangju FC hätten, nach Angaben des Klubs, aus­schließ­lich Schau­fens­ter­puppen in den Fan­blö­cken gestanden. Die Firma Dalcom, die die Puppen lie­ferte, hätte ver­si­chert, dass es sich nicht um Sex-Puppen han­dele. Dabei stellt Dalcom tat­säch­lich auch Sex-Plas­tiken her. 

Also doch der fal­sche Con­tainer? Der Verein ant­wor­tete, die Ähn­lich­keit sei nur der Idee geschuldet gewesen, den Puppen lus­tige Ele­mente“ hin­zu­fügen zu wollen. Es han­dele sich ganz sicher um Pre­mium-Schau­fens­ter­puppen“.

Das kann man glauben. Warum 28 der 30 künst­li­chen Fans weib­lich waren und dabei auf­wen­dige Fri­suren trugen – nun, die Erklä­rung blieb der Verein schuldig.