In unserer neuen Aus­gabe 11FREUNDE #169 erzählen wir die irre Geschichte von Robin Friday, dem viel­leicht exzes­sivsten Rock­star der Fuß­ball­ge­schichte – trotz George Best, trotz Walter Frosch, Helenio de Freitas. Für die Repor­tage trafen wir auch den ehe­ma­ligen Mit­spieler Tommy Youlden, der mit Friday zwi­schen 1974 und 1976 beim FC Rea­ding spielte. Das Heft ist ab sofort erhält­lich: am Kiosk eures Ver­trauens, im App-Store und natür­lich auch im 11FREUNDE-Shop.

Robin war ein kom­plett anderer Typ als ich. Wäh­rend ich schon min­des­tens eine Stunde vor dem Spiel zum Auf­wärmen auf dem Platz stand, kam er ein paar Minuten vor Anpfiff mit seinen Sport­sa­chen in einer Plas­tik­tüte ange­schlen­dert. Dabei wohnte er lange Zeit direkt gegen­über vom Sta­dion, in einer Woh­nung über dem Platz­wart.

Robin war unkon­trol­lierbar

Einmal sah ich, wie er in dem angren­zenden Wald­stück Bäume zer­hackte. Der Platz­wart berich­tete mir ganz auf­ge­löst, dass Robin damit in seiner Woh­nung ein Feuer zum Wärmen gelegt hatte. Warum er das getan hatte – keine Ahnung. Robin war unkon­trol­lierbar.


 
Doch auf dem Platz war er kom­plett anders, er war ehr­geizig, er war ein Anführer. Robin war robust, scheute keinen Zwei­kampf. Egal wie hart er ange­gangen wurde – und zu dieser Zeit waren einige harte Ver­tei­diger unter­wegs – er stand immer wieder auf. Ich habe es genossen, ihn in meiner Mann­schaft zu wissen. Wann immer es brenzlig wurde, konnte ich ihm den Ball zu spielen. Es kam immer etwas dabei heraus. Er wusste ein­fach, wie man mit der Kugel umgeht. Der Junge zeigte keine Nerven, er war nie ange­spannt und nahm die Spiele, die Gegen­spieler, wie sie kamen.

Irgend­wann musst du dem Körper Tribut zollen
 
Ich glaube, nach seinem Tod wurde Robin zu einem Mythos. Viele der Geschichten, die über ihn kur­sieren, sind über­trieben. Natür­lich führte er ein Rock­star-Leben, doch wenn du Fuß­baller bist, dann kann das nun einmal nicht lange gut gehen. Irgend­wann musst du deinem Lebens­stil und auch den Ver­gehen an deinem Körper Tribut zollen.

Ich fuhr in den späten Acht­zi­gern mit meiner Frau im Auto durch London, als wir einen hageren Typen am Stra­ßen­rand sahen. Meine Frau sagte: Ich glaube, das war Robin.“ Ich konnte es nicht glauben, den­noch drehten wir um und tat­säch­lich war er es. Wir wech­selten einige Worte, doch eigent­lich hatte ich das Gefühl, dass Robin mich nicht mehr richtig ver­nahm.