Seite 2: Den Matchplan perfekt umgesetzt

Wir haben’s ein­fach gut gespielt“, sagte Chris­to­pher Trimmel. Wenn du den Match­plan des Trai­ner­teams per­fekt umsetzt, dann gewinnst du solche Spiele.“ Her­thas Offen­sive fand kaum statt, aus dem Mit­tel­feld man­gelte es den Gästen sowohl an Ideen als auch an Dynamik. Im Großen und Ganzen war das kein guter Auf­tritt meiner Mann­schaft“, sagte Schwarz. Union sei in vielen Berei­chen besser, grif­figer und gal­liger gewesen. Ein Lob, das nicht nur die Rea­lität tref­fend abbil­dete, son­dern auch Unions Trainer Fischer sicht­lich freute.

Der Schweizer konnte an diesem Nach­mittag mit vielem zufrieden sein, auch mit der Ent­schei­dung, Ryerson auf links auf­ge­boten zu haben. Er hat es sehr gut gemacht“, sagte Fischer. Nach einer knappen halben Stunde zwang Ryerson Her­thas Tor­hüter Chris­tensen mit einem plat­zierten Schuss Rich­tung Winkel zum Ein­greifen, unmit­telbar vor der Pause wäre ihm bei­nahe das 2:0 gelungen.

Sie­bat­cheu schlägt ein

Irgendwo dazwi­schen lag Unions Füh­rungs­treffer. She­raldo Becker konnte unbe­drängt von links flanken, weil Jonjoe Kenny ihm allzu viel Platz ließ. Jordan Sie­bat­cheu lief in Rich­tung erster Pfosten und erwischte den Ball mit dem Kopf vor Her­thas Innen­ver­tei­diger Marc Kempf. Man sieht, sie har­mo­nieren schon eini­ger­maßen“, sagte Chris­to­pher Trimmel über das Sturmduo in neuer Beset­zung.

Ein Tor im Pokal, eins in der Liga. Für Sie­bat­cheu hätte es als Nach­folger von Taiwo Awo­niyi schlechter laufen können. Dass Union große Pro­bleme mit der Umstel­lung von Awo­niyi zu Sie­bat­cheu bekommt, das glaubt Trimmel nicht: weil der US-Ame­ri­kaner ein ähn­li­cher Stür­mertyp ist wie Awo­niyi. Er sichert die Bälle auch gut und ist in der Box sehr ziel­strebig“, erklärte Trimmel.

Den Ball muss ich halten“

Oliver Christensen über das 3:0

Gleich nach der Pause wäre Sie­bat­cheu bei­nahe der nächste Treffer gelungen, doch Chris­tensen parierte seinen Kopf­ball. Auch nach dem Wie­der­an­pfiff war der 1. FC Union wacher, ent­schlos­sener, gefähr­li­cher. Der ent­schei­dende Unter­schied zur ersten Hälfte: Diesmal nutzte er seine Über­le­gen­heit schon früh für einen wei­teren Treffer. Der starke Janik Haberer, in diesem Sommer aus Frei­burg gekommen, über­spielte mit einem klugen Pass Her­thas Abwehr, Becker lief seinem Bewa­cher Ure­movic davon und über­wand Chris­tensen im Tor zum 2:0.

Schwarz reagierte und instru­iere gleich drei Spieler zu ihrer Ein­wechs­lung, doch noch bevor die Wechsel voll­zogen werden konnten, hieß es bereits 3:0 für Union. Nach Trim­mels Ecke setzte sich Unions Innen­ver­tei­diger Robin Knoche per Kopf gegen Boateng durch, der Ball flog hart neben dem Pfosten ins Tor. Chris­tensen, obwohl leicht irri­tiert von Rani Khe­dira, sah in dieser Szene alles andere als gut aus. Den Ball muss ich halten“, sagte er.

Zwei Ver­eine, ein Ziel

Der Lini­en­richter hatte wegen Khe­diras Ein­greifen zunächst seine Fahne gehoben. Die Begut­ach­tung durch den Video­as­sis­tenten ergab aller­dings, dass keine Abseits­po­si­tion vor­ge­legen hatte – der Treffer zählte.

Erst nach dem 0:3 brachte Schwarz mit Stevan Jovetic, Ejuke Chi­dera und Wil­fried Kanga drei neue Offen­siv­kräfte. Doch mehr als das 1:3 durch Dodi Luke­bakio gelang seiner Mann­schaft nicht mehr. Fünf Minuten waren da noch zu spielen. Zu wenig für eine echte Wende. Und ins­ge­samt zu wenig, um sich gegen den deut­lich über­le­genen Lokal­ri­valen Union behaupten zu können.

So eupho­risch das Publikum, so nüch­tern die Betei­ligten. Das Ziel ist der Klas­sen­er­halt“, sagte Chris­to­pher Trimmel nach dem Der­by­sieg. Wir haben den ersten Schritt getan.“ Nichts anderes als der Klas­sen­er­halt dürfte – rea­lis­tisch betrachtet – auch bei Hertha das Ziel sein. Mit dem ersten Schritt aber tut sich die Mann­schaft von Sandro Schwarz wei­terhin schwer.

Dieser Text erscheint im Rahmen unserer Koope­ra­tion mit dem Ber­liner Tages­spiegel.