Heri­bert Bruch­hagen, Sie gelten als Rea­list, der das Träumen gerne anderen über­lässt. Von daher werden Sie nicht mit großen Erwar­tungen nach Mün­chen fahren…
Ich bin kein Pro­phet, wenn ich sage, dass wir in dieses Spiel als krasser Außen­seiter gehen. Aber ich kann mich auch noch an ein 0:0 erin­nern, bei dem ein gewisser Luca Toni unserem Tor­wart Oka Nikolov acht Mal den Ball auf den Körper geknallt hat.

0:0 hieß es auch in der Hin­runde gegen den FC Bayern Mün­chen…
Wo wir uns ver­bar­ri­ka­diert haben.

Das wäre auch ein mög­li­cher Plan für das Spiel in Mün­chen – oder nicht?
Die rich­tige Taktik zu finden, ist nicht meine Sache. Dafür haben wir einen Trainer.

Nicht wenige Ein­tracht-Fans plä­dieren in den Inter­net­foren dafür, gegen die Bayern mit einer Reser­visten-Truppe anzu­treten und die Stamm­kräfte für die Partie eine Woche später gegen den Tabel­len­nach­barn Hof­fen­heim zu schonen.
Das ist eine legi­time Fan-Dis­kus­sion, hat aber mit der Rea­lität nichts zu tun. Wir werden gegen den FC Bayern Mün­chen mit der stärkstmög­li­chen Mann­schaft antreten.

Einige Bremer und Darm­städter Spieler hatten vor der Partie gegen den FC Bayern Mün­chen Gelb­sperren pro­vo­ziert, um diese beim Spiel gegen den über­mäch­tigen Tabel­len­führer abzu­sitzen und unvor­be­lastet in die nächsten, wich­ti­geren Begeg­nungen im Abstiegs­kampf zu gehen.
Jeder Verein hat da seine eigene Vor­stel­lungen und ist frei in seinen tak­ti­schen Maß­nahmen. Unser Makoto Hasebe war auch mit neun Gelben Karten vor­be­lastet. Aber er hat sich vor dem Bayern-Spiel nicht die zehnte abge­holt.

Die Ein­tracht steckt als Tabel­len­vor­letzter tief im Abstiegs­kamp. Dabei hatten zum Sai­son­be­ginn viele Fans, aber auch Ver­ant­wort­liche im Klub von der Qua­li­fi­ka­tion für die Europa League gespro­chen. Es sollte eine Saison zum Träumen sein.
Wir haben die ver­gan­genen Saison auf Platz neun beendet, konnten die Mann­schaft fast kom­plett zusammen halten. Dazu kamen Neu­erwer­bungen. Das hat den ein oder anderen dazu ver­leitet, von der Europa League zu träumen.

Sie selbst haben sich dies­be­züg­lich zurück­ge­halten.
Ich ver­füge schon über eine rea­lis­ti­sche Ein­schät­zung der Dinge. Mir war klar, dass sehr vieles zusammen kommen muss, damit wir um die Europa League-Plätze mit­spielen. Es ist ja auch vieles zusammen gekommen – aber halt viel Nega­tives.