Seite 2: „Ich kann ihm leider kein Trikot kaufen“

Doch die Mel­dung samt der Orts­an­gabe Dohuk war nicht mehr ein­zu­fangen. Am Montag zeigte der Sender Kur­di­stanTV“ das Video eines angeb­li­chen Messi-Fans namens Homid aus Dohuk. Eng­li­sche Medien stürzten sich umge­hend darauf, einige Bou­le­vard­zei­tungen berich­teten gar, Homids Vater kämpfe gegen den IS. Doch so man­cher Beob­achter äußerte Zweifel, weil die Land­schaft im Hin­ter­grund unty­pisch für Dohuk sei und sich beide Kinder nicht gerade ähn­lich sähen.

Der mut­maß­liche Urheber der fal­schen Orts­an­gabe (@IllmindofRobin) reagierte mit har­schen Worten: Dieser Junge könnte Messi treffen, nur weil ich aus einer Laune heraus ›Dohuk‹ gesagt habe. Alle sagen jetzt, das Bild stamme aus Dohuk. Aber das ist es nicht, ver­dammt noch mal. Keiner über­prüft das.“ Er selbst wollte sich auf die Suche nach dem echten“ Messi-Fan machen. Auch die BBC star­tete einen Aufruf.

Da ist der echte Junge.“
Dar­aufhin mel­dete sich Azim Ahmadi, ein Afghane, der in Aus­tra­lien lebt. Er sen­dete aktu­elle Bilder seines Neffen Mur­taza, einem fünf Jahre alten Jungen aus der Pro­vinz Ghazni in Afgha­ni­stan. Mur­tazas Bruder habe das Ori­gi­nal­bild geschossen und dann auf Face­book ver­öf­fent­licht. Der Twitter-Account der Messi-Fans jubelte: Da ist der echte Junge.“


Die aktu­ellen Bilder von Mur­taza

Die BBC erreichte Mur­tazas Vater am Telefon. Er bestä­tigte, dass es sich bei Messis größtem Fan“ um seinen Sohn han­dele. Der Junge liebt Messi und Fuß­ball wirk­lich sehr. Ich habe keine Chance, ihm ein Trikot zu kaufen. Ich bin nur ein ein­fa­cher Bauer.“ 

Von dem Hype um seinen Sohn habe die Fami­lien von Bekannten aus dem Dorf erfahren, die über einen Inter­net­zu­gang ver­fügen. Der Vater sagte: Mein Sohn freut sich sehr. Wir hoffen, dass andere Länder uns helfen, Messi zu treffen.“