Seite 2: „Geh raus und mach ein Tor“

Im Bett bleiben ist gene­rell erstmal immer eine gute Idee, aber wäre Noveski an diesem Tag im November 2005 im Bett geblieben, so hätte er sich zwar seinen Eigentor-Rekord erspart, aber eben auch eine spek­ta­ku­läre Auf­hol­jagd ver­passt, an der er nicht eben unbe­tei­ligt war. Wir wussten, dass er das weg­steckt. Er ist kein Typ, der Strei­chel­ein­heiten braucht. Wir haben ihm in der Halb­zeit gesagt, geh raus und mach ein Tor“, so Mainz’ Manager Chris­tian Heidel.

Immerhin: mein erster Hat­trick“

Gesagt, getan, das Spiel kippte zu Gunsten der Mainzer, die meh­rere Konter der Ein­tracht schadlos über­standen und sich ihrer­seits Chancen erspielten. In der 70. Minute drückte Noveski höchst­selbst einen Frei­stoß von Toni da Silva aus fünf Metern per Kopf zum Anschluss­treffer über die Linie. Aus­glei­chende Gerech­tig­keit, mag er in dem Moment gedacht haben, nach dem Spiel sagte er lapidar: Immerhin: mein erster Hat­trick“. In der 90. Minute erzielte Petr Ruman den Aus­gleich, der sich für die Mainzer – und für Noveski ganz beson­ders – wie ein Sieg ange­fühlt haben muss.
 

Geschadet hat ihm sein Eigentor-Dop­pel­pack übri­gens nicht, Noveski war lange Jahre Inte­gra­ti­ons­figur, Leis­tungs­träger, Kapitän und Publi­kums­lieb­ling der Mainzer. Dass er seine Kar­riere 2015 in Mainz been­dete, ist schade, auch aus his­to­ri­scher Sicht. Denn auch wenn Noveski seinen Dop­pel­pack wahr­schein­lich nicht wie­der­holen würde – ein Treffer ins eigene Netz würde bereits rei­chen, um mit dann sieben Bun­des­liga-Eigen­toren die allei­nige Spit­zen­po­si­tion in dieser Sta­tistik ein­zu­nehmen. Ande­rer­seits: In den Geschichts­bü­chern der Liga steht er ja ohnehin schon.