Das Ei ist gelegt, jetzt müssen wir uns mit dem Ei befassen!“ Mit diesen Worten traf Eck­hart Böhm vom TuS Hen­ri­chen­burg wohl am tref­fendsten den Kern des Zen­tral­themas, das die Dis­kus­sion der Lokal­kon­fe­renz der FLVW-Kreise Reck­ling­hausen, Herne-Wanne-Cas­trop und Gel­sen­kir­chen am Mon­tag­abend in der Marler Vest­halle beherrschte, obwohl es eigent­lich gar nicht auf der Tages­ord­nung stand: näm­lich das künf­tige Bun­des­liga-Sonn­tags­spiel um 15.30 Uhr, das hart­nä­ckig an den Nerven der Ver­ant­wort­li­chen aller Ama­teur­ver­eine nagt.



Und natür­lich war diese Lokal­kon­fe­renz ganz spe­ziell für Her­mann Korf­ma­cher kein Spa­zier­gang. Denn der Prä­si­dent des Fuß­ball- und Leicht­ath­letik-Ver­bandes West­bandes, des West­deut­schen Fuß­ball- und Leicht­ath­letik-Ver­bandes und DFB-Vize­prä­si­dent für den Bereich Ama­teur­fuß­ball stand allein auf­grund seiner DFB-Funk­tion mit im Fokus der Kritik von über 300 Ver­eins­ver­tre­tern. Letzt­lich schieben die ihrem Dach­ver­band die wesent­liche Schuld dafür in die Schuhe, dass die DFL offen­sicht­lich machen kann, was sie will“ und damit den Nerv aller ohnehin am Hun­ger­tuch nagenden Ama­teur­klubs treffe, weil die durch diesen Spiel­zeit­punkt nicht zu Unrecht erheb­liche Ein­nahme-Ein­bußen befürchten. Horst Darm­städter, Fuß­ball-Boss des VfB Hüls, hatte sich sorg­fältig auf die Lokal­kon­fe­renz vor­be­reitet und sprach den anwe­senden Ver­eins­ver­tre­tern mit seinen Kri­tik­punkten aus der Seele. Doch den Nerv Korf­ma­chers traf er in der vom FLVW-Ver­wal­tungs­rats­vor­sit­zenden Gun­dolf Walaschewski geschickt mode­rierten Ver­an­stal­tung nicht voll.

Auch wenn der dem Mode­rator zwi­schen seinen Stel­lung­nahmen-Ein­sätzen kurz fast resi­gnie­rend zuraunte, ich habe doch sowieso keine Chance“, bemühte sich der Güters­loher zumin­dest um klare Posi­tionen, auch wenn das nicht unbe­dingt über­zeu­gend wirkte. Immerhin: Die Pro­test­ver­an­stal­tung in Gel­sen­kir­chen hat bun­des­weit mediale Auf­merk­sam­keit erregt“, gab der DFB-Viz­r­prä­si­dent unum­wunden zu. Und ver­suchte zumin­dest, die Wer­tig­keit des künf­tigen 15.30 Uhr-Spiels in der Bun­des­liga am Sonntag abzu­wie­geln, weil: Im west­fä­li­schen Bal­lungs­raum müssten ohnehin pro Jahr maximal drei Sonn­tags­spiele ver­kraftet werden. Eine gute Gele­gen­heit also, im Ama­teur­sport Wege zu finden, sich neu zu posi­tio­nieren. Aber das klang ebenso wenig über­zeu­gend wie sein Appell: Liebe Freunde, seid doch nicht so mutlos.“