11FREUNDE wird 20!

Kommt mit uns auf eine wilde Fahrt durch 20 Jahre Fuß­ball­kultur: Am 23. März erschien​„DAS GROSSE 11FREUNDE BUCH“ mit den besten Geschichten, den ein­drucks­vollsten Bil­dern und skur­rilsten Anek­doten aus zwei Jahr­zehnten 11FREUNDE. In unserem Jubi­lä­ums­band erwarten euch eine opu­lente Werk­schau mit unzäh­ligen unver­öf­fent­lichten Fotos, humor­vollen Essays, Inter­views und Back­s­­tages-Sto­­­ries aus der Redak­tion. Beson­deres Leckerli für unsere Dau­er­kar­ten­in­haber: Wenn ihr das Buch bei uns im 11FREUNDE SHOP bestellt, gibt’s ein 11FREUNDE Notiz­buch oben­drauf. Hier könnt ihr das Buch be­stellen.

Außerdem prä­sen­tieren wir euch an dieser Stelle in den kom­menden Wochen wei­tere spek­ta­ku­läre Repor­tagen, Inter­views und Bil­der­se­rien. Heute: Fried­helm Funkel und Benno Möhl­mann im großen Denkmal-Inter­view aus unserem 11FREUNDE SPE­ZIAL Die zweite Liga“.

11 Freunde Das große 11 Freunde Buch Kopie

4. August 1974. 1. Spieltag der neu­ge­grün­deten Zweiten Liga Nord. Bayer Uer­dingen spielt gegen Preußen Münster. Im Mit­tel­feld treffen auf­ein­ander: Fried­helm Funkel und Benno Möhl­mann.
Fried­helm Funkel
: Ach was, das wusste ich nicht.
Benno Möhl­mann
: Ich auch nicht. Und schauen Sie ihn sich an, rank und schlank wie damals. Was haste drauf: 74 Kilo?
Funkel
: Von wegen, die Zeiten sind vorbei. 78 Kilo.

Hier wird aber auf höchstem Niveau geklagt.
Möhl­mann
: In unserem Alter muss man auf­passen. Aber zurück zum Spiel: Wie ging es aus?

3:1 für Bayer Uer­dingen. Das 1:0 erzielte nach 52 Minuten ein gewisser Fried­helm Funkel per Hand­elf­meter.
Funkel
: Da war ich 20. Und die haben mich einen Elf­meter schießen lassen?
Möhl­mann
: Wir haben damals oft gegen­ein­ander gespielt. Fried­helm war ein Achter, ich eher der Sechser. Da kam es vor, dass wir uns 90 Minuten lang von einer Seite des Platzes zur anderen ver­folgten.
Funkel
: In der Zweiten Liga ging es knall­hart Mann gegen Mann.
Möhl­mann
: Wenn man nur kurz einen Meter vom Gegner weg­stand, brüllte der Trainer schon los.

Waren das faire Duelle zwi­schen Ihnen beiden?
Funkel
: Im großen Ganzen waren wir sau­bere Spieler. Gerade im Ver­hältnis zu anderen in der Zweiten Liga. Es war aber wichtig, dass man sich den Gege­ben­heiten anpasste. Mit­unter ging es ziem­lich zur Sache, da durfte man nicht zurück­ste­cken.
Möhl­mann
: Wir kamen gut mit­ein­ander aus. Nur leider gelang ihm am Ende meist doch irgendwie ein Tor.
Funkel
: Es kam schon vor, dass ich 90 Minuten über­haupt nicht zu sehen war und dann doch noch traf. Manchmal wun­derte ich mich selbst dar­über.
Möhl­mann
: Oder du hast dich unter­ge­hakt und fielst ein­fach hin.
Funkel
: Zuge­geben, den einen oder anderen Frei- oder Straf­stoß habe ich für unsere Mann­schaft raus­ge­holt.

Was hat es für Sie bedeutet, in der neuen Zweiten Liga dabei zu sein?
Möhl­mann
: Es war wichtig, dabei zu sein. Preußen Münster gehörte längst nicht mehr zu den Spit­zen­mann­schaften. Wir mussten in der Regio­nal­liga West Zwölfter oder Drei­zehnter werden, um uns für die neue Pro­fi­liga zu qua­li­fi­zieren – und wir mussten trotzdem zit­tern.
Funkel: Die Qua­li­fi­ka­tion erfolgte über ein Punk­te­system, das auf den Erfolgen der Ver­gan­gen­heit beruhte. In Uer­dingen mussten wir im Gegen­satz zu den Müns­te­ra­nern Sechster in der Regio­nal­liga werden, weil wir noch nicht so lange so weit oben spielten.

Was ver­dienten Sie mit knapp 20 Jahren in der Zweiten Liga?
Möhl­mann
: Ich war Jugend­na­tio­nal­spieler, des­wegen war die Bezah­lung schon ganz gut. In der ersten Zweit­li­ga­saison bekam ich 1000 Mark plus 500 Mark Prämie für einen Sieg.
Funkel
: Als Fuß­baller bekam ich 400 Mark brutto, dazu 250 Mark Punkt­prämie und ein kleines Gehalt für einen Nebenjob im Bayer-Werk.

Wer waren damals die Stars der Zweiten Liga?
Möhl­mann
: Gab es welche? Kann sein, dass ein paar bekann­tere Namen in die Liga kamen, als der BVB abstieg.
Funkel
: Die ersten echten Stars waren aus meiner Sicht Horst Hru­besch und Frank Mill bei Rot-Weiss Essen.

Wie genau waren Sie über das Geschehen in der par­allel statt­fin­denden Zweiten Liga Süd infor­miert?
Möhl­mann
: Über­haupt nicht. Das war eine ganze andere Welt.
Funkel
: Was auch daran lag, dass im Fern­sehen fast nichts aus der Zweiten Liga gezeigt wurde.

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Wandler zwi­schen den Liga-Welten. Fried­helm Funkel trai­nierte u.a. Uer­dingen, Löln, Bochum oder 1860. War mit Ein­tracht Frank­furt und For­tuna Düs­sel­dorf lange auch im Ober­haus erfolg­reich.

Vanja Vukovic