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3. Liga

Sebas­tian Hoeneß steht am Abend des 21. Februar 2018 an der Sei­ten­linie des Sta­dions am FC Bayern Campus. Seine U19 lie­fert sich grade eine hit­zige Partie mit der von Real Madrid. Elf­meter, Rote Karte und Rudel­bil­dung. Bei Tem­pe­ra­turen um den Gefrier­punkt heizt der Madrider Kol­lege José Mariá Gutiérrez Hernández – kurz Guti – dem Spiel mit seinem Geschrei zusätz­lich ein. Hoeneß hin­gegen bleibt bis nach Abpfiff mit wenigen Aus­nahmen ruhig, nippt zwi­schen­drin an seiner Was­ser­fla­sche oder blickt nach­denk­lich auf den Boden. Nach der 2:3‑Niederlage ist er ent­täuscht, leer“, gra­tu­liert seiner Mann­schaft zu einem großen Kampf“.

Beson­nen­heit. Eine Eigen­schaft, die nicht unbe­dingt mit seinem Namen ver­knüpft wird, die den Typ Sebas­tian Hoeneß aber am besten beschreibt. Vater Dieter steht für Pola­ri­sieren, als Hertha-Manager scheute er keine öffent­li­chen Aus­ein­an­der­set­zungen. Onkel Uli sowieso. Die große Stärke von Sebas­tian Hoeneß hin­gegen ist seine Ruhe. Ich bin immer gut damit gefahren, ein­fach meinen Weg zu gehen und keine zu großen Schritte zu machen“, sagt der 38-Jäh­rige im Inter­view mit dem Baye­ri­schen Rund­funk.

Aus dem Schatten seines Nach­na­mens

Er hat die Jugend­spieler zu Män­ner­spie­lern gemacht“, sagt Dieter Hoeneß stolz über seinen Sohn Sebas­tian. Zwei­ein­halb Jahre nach dem Duell mit Real Madrid ist er mit dem FC Bayern II Dritt­li­ga­meister. In Mün­chen hat Sebas­tian Hoeneß aber auch selbst den Schritt vom Jugend­fuß­ball in den Män­ner­fuß­ball gewagt und seinen Job so gut gemacht, dass er jetzt zur TSG Hof­fen­heim in die Bun­des­liga wech­selt. Doch wer ist dieser Mann, der sich lange Zeit in kleinen Schritten wei­ter­ent­wi­ckelt hat und der nun mit 38 Jahren plötz­lich den ganz großen Sprung aus dem Schatten seines berühmten Nach­na­mens wagt?

Von Mün­chen über Stutt­gart nach Berlin

Geboren und auf­ge­wachsen in Mün­chen kam er als Sohn von Natio­nal­stürmer und Bay­ern­star Dieter Hoeneß (127 Bun­des­li­ga­tore) zwangs­läufig früh mit Fuß­ball in Kon­takt. Damals wusste ich noch nicht, dass mein Vater in irgend­einer Form berühmt ist. Ich habe eine Lei­den­schaft ent­wi­ckelt und dadurch ange­fangen, Fuß­ball zu spielen“, sagt Sebas­tian Hoeneß über seine Kind­heit. Seine ersten Geh­ver­suche machte er beim TSV Otto­brunn, ehe er in die Jugend­ab­tei­lung des VfB Stutt­gart kam. 1999 folgte der erste kleine Schritt zur Zweit­ver­tre­tung der Ber­liner Hertha. Dort ver­brachte Hoeneß die meiste Zeit seiner Pro­fi­kar­riere.

Ein Jahr lang, in der Saison 2006/2007, ver­suchte der offen­sive Mit­tel­feld­spieler sein Glück bei Hof­fen­heim unter Ralf Rang­nick. Sport­lich ver­lief die Zeit bei der TSG aber nicht gut für Hoeneß. Ver­let­zungs­be­dingt konnte er erst kurz vor Sai­son­start ins Trai­ning ein­steigen. Rang­nick gab ihm den­noch eine Chance. Ich habe es in den Spielen, in denen ich ein­ge­setzt wurde, aber ver­säumt, ent­spre­chende Leis­tungen zu zeigen“, ana­ly­sierte Hoeneß im Goal-Inter­view im Februar tro­cken. Das kurze Enga­ge­ment in Sins­heim sollte sich aller­dings später noch als nütz­lich erweisen.