Seite 2: Schubert kann die Kritik nicht widerlegen

Nach Favres Flucht im Sep­tember 2015 über­nahm Schu­bert eigent­lich nur als Inte­rims­trainer. Er hauchte der Mann­schaft aber das Selbst­ver­trauen ein, das irgendwo in Favres peni­bler Tak­tie­rerei auf der Strecke geblieben war, und siegte sich zur Dau­er­lö­sung.

Die Skepsis beim kri­ti­schen Glad­ba­cher Publikum wurde zunächst von einer bei­spiel­losen Sie­ges­serie über­tüncht. Schu­bert-Sprech­chöre gab es aber schon damals nicht. Für viele Anhänger stand fest: Favre hat diesen Erfolg gesät, Schu­bert erntet nur ab.

Schu­bert schlägt die Skepsis ent­gegen — mehr denn je

Diese Skepsis schlägt dem 45-Jäh­rigen heute mehr denn je ent­gegen. Obwohl Schu­bert die Borussia tak­tisch varia­bler auf­ge­stellt hat, obwohl er zu Beginn für seinen offen­siven Power-Fuß­ball gefeiert wurde, obwohl er junge Spieler wie Elvedi, Dahoud oder Hazard besser und aus Stindl und Raf­fael eines der geni­alsten Sturm-Duos der Liga gemacht hat.

Schu­bert nimmt die Kritik wahr: Es lässt einen nie wirk­lich kalt, was da geschrieben wird“, sagte er am Don­nerstag vor dem Derby auf der Pres­se­kon­fe­renz und fügte hinzu: Ich fange jetzt nicht an zu jam­mern, wenn ich mal Kritik bekomme.“ 

Wenig Argu­mente

Zur ganzen Wahr­heit gehört näm­lich auch: Schu­bert kann die immer wieder auf­flam­mende Kritik, es man­gele an Kon­stanz und Sta­bi­lität, nicht wider­legen. Aktuell ist die Borussia unwei­ger­lich im Mit­tel­feld der Tabelle ange­kommen.

Mit 15 Gegen­toren hat das Team schon nach zehn Spiel­tagen nur fünf Treffer weniger kas­siert als in der ver­gan­genen Rück­runde. Auch das Offen­siv­spiel lahmt: Nur 98 Tor­schüsse pro­du­zierte der zwar ver­let­zungs­an­fäl­lige, aber immer noch gut besetzte Sturm um Raf­fael, Lars Stindl, Thorgan Hazard und André Hahn bis­lang – viert­schlech­tester Wert der Liga.

Und im zurück­lie­genden Jahr gab es genau einen Aus­wärts­sieg: am letzten Spieltag der ver­gan­genen Saison bei Darm­stadt 98, das sich zu diesem Zeit­punkt nach dem geglückten Klas­sen­er­halt schon im inten­siven Trai­nings­lager für die Mann­schafts­tour an den Bal­ler­mann befand.