Seite 3: Spieler und Fans im Clinch

Zu viele Gegen­tore, zu wenige eigene Chancen, keine Aus­wärts­siege – das alles lässt die Fans der Borussia an der aktu­ellen Ent­wick­lung zwei­feln. Schu­bert bietet dafür die nötige Angriffs­fläche.

Der Trainer gilt als eigen­wil­liger Cha­rakter, der immer wieder mit so man­cher schnip­pi­scher Ant­wort in TV-Inter­views für Ver­wun­de­rung sorgt. Die Dis­kus­sionen rund um Schu­bert sind mitt­ler­weile so groß, dass sich Manager Max Eberl und Prä­si­diums-Mit­glied Rainer Bonhof vor dem Derby genö­tigt sahen, sich öffent­lich hinter den Trainer zu stellen. 

Im Mit­telmaß ange­kommen

Es ist schon per­vers, wenn wir dar­über reden, ob ein Trainer ent­lassen werden könnte, der einen Klub in zehn Monaten vom letzten Platz in die Cham­pions League geführt hat“, pol­terte Eberl in der Sport­bild“. Aller­dings fügte der Manager auch viel­sa­gend hinzu: Aber natür­lich muss jeder seine Leis­tung bringen, auch der Trainer.“

Dass viele Fans den Trainer derart kri­tisch sehen, liegt wohl an der jün­geren Ver­gan­gen­heit der Borussia. Die meisten Anhänger haben Angst, dass es mit Schu­bert dahin zurück­geht, wo ihr Verein vor der Fav­reˋ­schen Wach­küs­sung stand: im Mit­telmaß, dem Nie­mands­land der Tabelle.

Aller­dings richtet sich die Kritik auch gegen die Mann­schaft, die sich zuletzt zu oft ihrem Schicksal hingab. Vor dem Derby stand für ein paar Hart­ge­sot­tene aus der aktiven Fan­szene sogar schon im Raum, dem Team klar zu machen, worum es geht.

Die Spieler beschweren sich über die zu hohen Erwar­tungen der Fans

So wie damals, nach der 0:1‑Derby-Niederlage im Sep­tember 2015, als es nach der Rück­kehr der Spieler aus Köln zum Kri­sen­ge­spräch zwi­schen Fan-Ver­tre­tern und der Mann­schaft kam. Schon damals bemän­gelten einige Akteure den aus ihrer Sicht zu harten Ton­fall der Fans. Dass die Sache nicht weiter hoch­kochte, lag schlicht daran, dass Lucien Favre einen Tag später zurück­trat.

Auch jetzt scheint die Chemie zwi­schen Mann­schaft und Fans nicht mehr so har­mo­nisch zu sein, wie viel­leicht noch vor einigen Monaten. Wäh­rend die Anhänger die Ein­stel­lung ein­zelner Akteure bemän­geln, beschweren sich Spieler hinter vor­ge­hal­tener Hand über eine zu hohe Erwar­tungs­hal­tung.

Offen möchte dar­über nie­mand reden. Aus Mann­schafts­kreisen heißt es aber, viele Fans würden mitt­ler­weile zu schnell zu viel ver­langen und etwa ver­letzten Spie­lern nicht die nötige Geduld ent­ge­gen­bringen.