Seite 2: Zwei aus dem B-Team schossen Brentford in die Premier League

Die Gele­gen­heit zur Ent­wick­lung lie­fert ein Pro­gramm aus Freund­schafts­spielen gegen U23-Teams, geho­bene Ama­teur­klubs und gegen aus­län­di­sche Mann­schaften. Die U19 des FC Bayern wurde vor zwei Jahren in Mün­chen mit 5:2 geschlagen. Aus Sicht der beiden Trainer hilft es ihren Spie­lern mehr, nicht nur gegen Ihres­glei­chen anzu­treten, wie das in den Jugend­mann­schaften oder der Pre­mier League 2 für U23-Teams der Fall ist. Im Jugend­fuß­ball ist jedes Spiel ähn­lich und davon wollen wir weg. Des­halb wollen wir gegen so viele erste Mann­schaften spielen wie mög­lich, wo unsere Spieler auf Männer treffen, auf ehe­ma­lige Profis, was hart ist. Und wenn Chelsea am Dienstag spielt, spielen wir gerne mitt­wochs gegen ein Team von ihnen, in dem Spieler der ersten Mann­schaft dabei sind, die diens­tags nicht gespielt haben“, erklärt McFar­lane.

Rob Rowan board
Ben Strange/​Brentford FC

Wie gut das in den letzten fünf Jahren funk­tio­niert hat, zeigt die Robert Rowan First Team Debut Board“. Auf der Tafel sind die Namen von 22 Spie­lern aus dem B‑Team ver­zeichnet, die in der ersten Mann­schaft debü­tiert haben. Zehn von ihnen haben einen Ver­trag für die erste Mann­schaft bekommen, acht sind heute noch dabei. 

Einer ist der junge Däne Mads Roerslev, der 2019 zu Brent­ford wech­selte, nachdem er vom FC Kopen­hagen mehr­fach erfolglos aus­ge­liehen wurde. Als er kam, fehlte ihm jeg­li­ches Selbst­be­wusst­sein“, erzählt McFar­lane. Im B‑Team auf­ge­päp­pelt, berei­tete Roerslev im Mai, beim Playoff-Finale in Wem­bley, ein Tor vor und damit nach 74 Jahren Brent­fords Rück­kehr in Eng­lands höchste Spiel­klasse. Das ent­schei­dende Tor im Halb­fi­nale schoss mit dem Finnen Marcus Forss auch ein B‑Team-Absol­vent. Ihn wollten sie in der Jugend von West Brom­wich Albion nicht mehr, inzwi­schen hat Forss sieben Län­der­spiele für Finn­land gemacht. Und Chris Mepham aus dem B‑Team wurde für 13 Mil­lionen Euro an den AFC Bour­ne­mouth ver­kauft.

Einige Klubs kopieren die Idee schon

McFar­lane und Steele haben die gut­mü­tige Aus­strah­lung typi­scher Jugend­trainer. Ihnen ist es wichtig, dass mög­lichst viele ihrer Jungs einen Weg in den Pro­fi­fuß­ball finden, und bei 26 von ihnen ist das jen­seits von Brent­ford der Fall. Inso­fern ist es nicht erstaun­lich, dass einige Klubs wie Hud­ders­field oder die Wycombe Wan­de­rers ähn­liche Wege mit einem B‑Team ein­ge­schlagen haben. Es ist aber nicht für jeden Klub in Eng­land richtig, unseren Weg zu gehen“, sagt McFar­lane. Aller­dings bietet Brent­ford mit seinem Kon­zept der Talent­ver­ed­lung eine bemer­kens­werte Ergän­zung zur Über­pro­duk­tion von poten­zi­ellen Erst­li­ga­spie­lern an, die es auch in Deutsch­land gibt. Der Klub mag zwar einen Schleichweg in die Pre­mier League anbieten, aber wenigsten ist es einer.

Eine aus­führ­liche Repor­tage dar­über, wie Brent­ford der mega­rei­chen Kon­kur­renz in der Pre­mier League trotz beschei­dener Mittel ein Schnipp­chen schlägt, gibt es in der aktu­ellen 11-FREUNDE-Aus­gabe #240.