Fans von Arminia Bie­le­feld neigen durch ihre Lebens­er­fah­rung und wohl auch qua Per­sön­lich­keit zu einem gewissen Fata­lismus, und spä­tes­tens nach dem 7. Spieltag der lau­fenden Saison war den meisten klar, dass das nichts wird mit dem DSC und der Bun­des­liga. 0:5 bei Union Berlin, einem Verein, der selbst erst ein Jahr zuvor in die Bun­des­liga auf­ge­stiegen war. Statt dem erwar­teten Duell auf Augen­höhe eine wasch­echte Demü­ti­gung, da schwante den Anhän­gern, dass der ewige Fahr­stuhl­klub bereits wieder auf dem Weg nach unten war.

Wer in den ein­schlä­gigen Fan­foren nach den Ursa­chen der Misere suchte, fand viel­fäl­tige Hin­weise. In der ersten Liga geht das halt nicht mit diesem ewigen Tikitaka, da muss auch mal richtig lang Holz! Der Neu­haus ist halt doch nur ein Zweit­li­ga­trainer! Und war dieser Klos im Grunde nicht schon immer ein Blinder? Haben sie ihn in der Auf­stiegs­saison halt 21 Mal ange­schossen! Ist doch wahr.

Beson­ders viel Kritik zieht beim Bie­le­felder Anhang tra­di­tio­nell Sport­chef Samir Arabi auf sich, in diesem Fall sogar dop­pelt. Zum einen wegen der mas­sen­haften Ver­pflich­tung angeb­lich wieder mal völlig untaug­li­cher Neu­zu­gänge, zum anderen wegen eines Ver­gleichs, mit dem Arabi Armi­nias Gast­spiel in der Bun­des­liga zu illus­trieren ver­suchte: Als wenn ein Schlauch­boot gegen lauter Motor­boote antritt.“ Schluss­fol­gerten die Fans: Wer sich selbst als Schlauch­boot defi­niert, wird quasi auto­ma­tisch zum Prü­gel­knaben.

Zehn Punkte vor Mainz und Schalke

So gesehen, dürfte der pes­si­mis­ti­sche Teil der Arminia-Fans (also die Mehr­zahl) im Moment ziem­lich ver­stört sein. Steht doch der Auf­steiger zu Beginn der Rück­runde – wie man so schön sagt – über dem Strich“. Also nicht mal auf dem Rele­ga­ti­ons­platz, son­dern einen drüber, noch dazu satte zehn Punkte vor Mainz und Schalke, den beiden Klubs auf den direkten Abstiegs­rängen. In den letzten fünf Spiel­zeiten ist kein Klub, der in der Hin­serie 17 Punkte gesam­melt hatte, nachher noch abge­stiegen.

Das Bie­le­felder Zwi­schen­hoch ver­blüfft nicht nur die eigenen Anhänger. Doch nachdem es zu Sai­son­be­ginn so aus­ge­sehen hatte, als sei der DSC Arminia 1.) in der Offen­sive zu harmlos, 2.) zu scheu im Umgang mit den Groß­kop­ferten und 3.) nicht in der Lage, seine auf Ball­kon­trolle basie­rende Auf­stiegs­taktik den Gege­ben­heiten der ersten Liga anzu­passen (nicht alles, was da über­spitzt in den Foren stand, war grund­falsch), hat sich das Team in den letzten Wochen zu einem äußerst unan­ge­nehmen Gegner ent­wi­ckelt.