Warum ich mich aus­ge­rechnet in diesen Tagen so sehr mit Aston Villa beschäf­tige, ist mir selbst ein Rätsel. Die Mann­schaft liegt abge­schlagen auf dem letzten Tabel­len­platz in der Pre­mier League und zeigt keine Anzei­chen von Auf­bäumen. Der Abstieg in die Cham­pi­onship ist so gut wie beschlos­sene Sache. Und den­noch fühle ich mich dem Verein enger ver­bunden, als in all den Jahren seit meinem Abschied 2005.

Ich hätte mir denken können, dass auch Aston Villa irgend­wann einmal in ernst­hafte Abstiegs­ge­fahr geraten könnte und den Gang in die Cham­pi­onship antreten muss. Die Art und Weise, wie es zustande gekommen ist, ist jedoch beängs­ti­gend. Die eigent­liche Über­ra­schung ist, dass es noch nicht früher pas­siert ist.

Die Mann­schaft war gespickt mit großen Per­sön­lich­keiten

Ich wech­selte im Sommer 2000 zu den Vil­lans, kurz nachdem der Klub im FA-Cup Finale dem FC Chelsea knapp unterlag. Die Mann­schaft war gespickt mit großen Per­sön­lich­keiten, und im selben Sommer kamen Luc Nilis, Alpay Ozalan und der Fran­zose, David Ginola hinzu – es sollte noch weiter nach oben gehen. 

We are a big club“

Ich war Teil dieser Mann­schaft und den­noch war ich zu Beginn auch Beob­achter, weil ich zwar mit den Profis trai­nierte, am Wochen­ende aber meist auf der Bank oder Tri­büne saß. Ich konnte sehen, wie die Hier­ar­chie wei­terhin funk­tio­nierte: die Nach­wuchs­spieler putzten den Profis nicht nur die Schuhe, ihnen war auch auf dem Platz eine klare Rolle zuge­teilt, die sie brav befolgten.

An der Spitze des Ver­eins bestimmte Doug Ellis die Geschicke. Nicht immer zur Zufrie­den­heit aller Fans, aber man konnte sich darauf ver­lassen, dass er stets im Sinne des Ver­eins han­delte. In meinen fünf Jahren bei Aston Villa lan­deten wir viermal in der oberen Tabel­len­hälfte. Aston Villa gehörte ein­fach zum Inventar der Pre­mier League und wer lange genug dabei war, wusste, we are a big club“.