Seite 2: Die Offensive

Joshua Kim­mich
Tritt in der Natio­nal­mann­schaft in der Offen­sive weniger domi­nant auf als bei den Bayern, auch wenn er mit seinem uner­müd­li­chen Ein­satz, all den Ball­kon­takten und den vielen gewonnen Zwei­kämpfen auch beim DFB zu den prä­genden Figuren gehört. Und den­noch: Wenn man ihn – wie nach dem 2:3 – bedröp­pelt in Groß­auf­nahme mit sich und dem Spiel und über­haupt mit allem und jedem hadern sieht, dann könnte man fast Mit­leid bekommen. Aber Mit­leid ist wahr­schein­lich das letzte, was ein Ehr­geiz­ling wie Kim­mich bekommen möchte. Und wir wollen auf keinen Fall einen Anschiss von ihm ris­kieren. 

Leon Goretzka
Wirkt neben den Tech­ni­kern um ihn herum machmal etwas unbe­holfen, dafür räumt er mit seinem Bull­dozer-Körper kon­se­quenter auf als der Rest. Was außerdem auf­fällt: Die in man­chen Phasen etwas wilden Spiele der ver­gan­genen Woche, in denen die Mann­schaft auch mal Raum zum Kon­tern bekommt, liegen ihm. Alles in allem wie Gespräche über die rich­tige Alters­vor­sorge: nicht son­der­lich spek­ta­kulär, aber nun mal enorm wichtig.

Serge Gnabry
Gnabrys Pässe kommen so scharf, wir über­legen, uns einen Voll­bart, Glatze, Hard­core-Täto­wie­rungen und US-Akzent zuzu­legen, einen Pop-Up-Imbiss mit Sco­ville-Skala-Aus­hang auf­zu­ma­chen, und die mit Ver­laub furchtbar schme­ckenden Dinger zusammen mit einem tro­ckenen Bröt­chen für 12,50 Euro an zuge­zo­gene Trottel zu ver­kaufen, die am Ende sogar noch dankbar dafür sind, sich den Rachen ver­brannt zu haben, nur weil wir ihnen eine fet­tige Billig-Urkunde mit­geben. Aber zurück zu Gnabry. Denn der spielt nicht nur scharfe Pässe, son­dern schießt manchmal sogar auch richtig leckere Hacken­tore. 4,6 von 5 Sternen, gerne wieder.

Kai Havertz
Ein Tor, ein Tunnel und vor allem in der zweiten Hälfte ein Auf­tritt wie ein ner­viger Typ auf Koks: anspre­chend. Wären wir Bun­des­trainer, für Kai Havertz würden wir immer einen Platz in der Startelf finden. Aber wir sind nun mal nicht Bun­des­trainer, genau genommen ist unsere ein­zige Gemein­sam­keit mit Jogi Löw, dass wir auch schon mal beim Popeln erwischt wurden. Und, ach ja, in der Grund­schule haben wir auch mal für ein paar Monate die Play­mobil-Männ­chen-Frisur gerockt.

Timo Werner
Wuselte, sprin­tete, schoss und traf, vor dem 3:3 setzte er sich sogar mal im Dribb­ling durch. Neben Gnabry der ein­zige Spieler im Kader, der Tore garan­tiert. Wir hätten nicht für mög­lich gehalten, diesen Satz jemals auf­zu­schreiben, aber: Keinen haben wir gerner als Werner. Also viel­leicht.

Marcel Hals­ten­berg
Kam für Robin Gosens. Das war, zumin­dest nach unserem Kennt­nis­stand, seine auf­fäl­ligste Aktion.

Emre Can
An kalten Win­ter­abenden würden wir uns gerne in seine Frisur ein­ku­scheln und vor den Kamin legen, aber das geht nicht, weil wir keinen Kamin haben. Wie Can gespielt hat? Ähm, ja, also, naja, bestimmt ganz ok.

Julian Draxler
Er könnte so gut sein. Aber er wird eben meis­tens in der 77. Minute ein­ge­wech­selt und macht dann gar nichts mehr.