Es waren keine schönen Tage für Andreas Müller und Fred Rutten in jenem Winter 2008/09. Schalke 04 war mal wieder mit ernst­haften Titel­am­bi­tionen in die Saison gestartet. Nun stand man da, im Nie­mands­land der Tabelle, musste sich aus­ge­rechnet von Ex-Coach Ralf Rang­nick und seinen Hof­fen­hei­mern auf­zeigen lassen, wie man die Liga auf­mischt. Dem Verein drohte, den Anschluss an die inter­na­tio­nalen Ränge zu ver­lieren. Ein Desaster. 

Sowohl Rutten, als auch Müller mussten sich scharfe Kritik gefallen lassen. Bei wei­terer Erfolg­lo­sig­keit, das war ihnen klar, würden schon bald die übli­chen Mecha­nismen der Branche greifen. Ob sich beide zum Kri­sen­ge­spräch bei dem ein oder anderen Glas Rot­wein zu viel ver­ab­re­deten, ist nicht über­lie­fert, jeden­falls kam man in der Not auf die kuriose Idee, einen kroa­ti­schen Psy­cho­logen mit offenbar über­sinn­li­chen Fähig­keiten in den Trai­ner­stab zu holen. Was Jasmin Meh­me­dovic, so sein Name, da genau gemacht hat, ist heute nur noch schwer nach­zu­voll­ziehen. Angeb­lich soll er die Trainer in der gesamten Rück­runde mit Hin­weisen über psy­cho­lo­gi­sche Schwä­chen des Geg­ners ver­sorgt haben. Ferner bekamen die Spieler seine men­tale Unter­stüt­zung. 

Mental auf­ge­la­denes Trink­wasser

Soweit die Geschichte. Nach mehr als zwei Jahren ist Jasmin Meh­me­dovic nun wieder aus der Ver­sen­kung auf­ge­taucht. Mit im Gepäck hat er schwere Vor­würfe: Der Verein schulde ihm noch satte 47.500 Euro für seine geleis­teten Dienste. Wie jetzt bekannt wurde, soll er auch das Trink­wasser der Spieler durch men­tale Beein­flus­sung ener­ge­tisch auf­ge­laden haben. Ein schlechter Scherz? Nicht für Meh­me­dovic, die Sache sollte ver­gan­gene Woche am Land­ge­richt Essen ver­han­delt werden. In letzter Minute zog der Kroate jedoch seine Anklage zurück. 

Schalke 04 wei­gert sich vehe­ment Stel­lung zu beziehen. Es han­delt sich um einen lau­fenden Pro­zess“, ver­tröstet ein Spre­cher des Ver­eins 11FREUNDE. Folg­lich bleiben nur zwei Mög­lich­keiten: Ent­weder legt Meh­me­dovic mit seinen For­de­rungen nach und das Ver­fahren wird bald neu ver­han­delt oder man hat sich still­schwei­gend auf eine Lösung geei­nigt, ohne ein für beide Seiten lächer­li­ches Gerichts­ver­fahren zu eröffnen.

Das Wasser brachte keinen Erfolg

Falls es in die zweite Runde geht, dürfen wir gespannt sein, welche Vor­würfe der Guru dann aus­gräbt. Das auf­ge­la­dene Trink­wasser, nun ja, sollte seine Wir­kung indes nicht wie gewünscht ent­falten. Es war die ein­zige Saison der letzten zehn Jahre, in der sich Schalke nicht für das inter­na­tio­nale Geschäft qua­li­fi­zieren konnte. Müller und Rutten wurden übri­gens schon im März 2009 beur­laubt.