Seite 2: „Da fangen die Probleme bei Schalke schon an“

Und Sie haben in der Coro­na­pause den Reset­knopf gedrückt?
Nein. In der Pause war die Mann­schaft kaum zusammen, hat wenig trai­niert, was soll sich also ändern? Und sowieso: Es heißt ja, dass der Fuß­ball ohne Zuschauer, weil der Lärm von außen fehlt, die Spieler auf ihre hand­werk­li­chen Fähig­keiten redu­ziert. Und da fangen die Pro­bleme bei Schalke schon an.

Eine Saison als Sketch also. Dann müssten sie doch eigent­lich lachen können.
Ich führe eine WhatsApp-Gruppe mit vielen Schalke-Fans. Nach dem 2:1 ges­tern von Düs­sel­dorf habe ich viele Sprach­nach­richten bekommen. Auf den meisten war nur noch lautes Gelächter zu hören. Ich per­sön­lich ver­binde das Wort Sketch” mit Ingrid Steeger, dar­über lacht man ein­fach nicht.

In Ihrem Text bezeichnen Sie Schalke als Delfin. Und David Wagner als Pan­zer­kna­cker. Finden Sie das lustig?
Ich habe ein­fach ver­sucht, nicht zu böse zu werden. Das mit den Del­finen habe ich ja schon erklärt. Und sowieso: Del­fine sind grund­sätz­lich ganz geile Tiere. David Wagner hat optisch viel Ähn­lich­keit mit den Pan­zer­kna­ckern, finde ich. Deren hilf­lose Ver­suche, end­lich Dago­bert Ducks Tresor zu öffnen, das erin­nert mich oft an seine tak­ti­schen Vor­gaben.

Sie ver­zichten dabei auf Groß- und Klein­schrei­bung, auf Zei­chen­set­zung. Das macht es auch schwie­riger nach­zu­voll­ziehen. Bereuen Sie das?
Nee, so etwas pas­siert, wenn man zu lange Schalke Fuß­ball­spielen sieht. Die ganzen Fehler in meinem Text – Del­fine zum Bei­spiel lai­chen gar nicht, das sind ja Säu­ge­tiere – sind nur Refe­renzen zum feh­ler­haften Spiel der Mann­schaft.

Sie for­dern auch die Abset­zung von David Wagner. Würde das dem Verein über­haupt helfen?
Das ist eine gute Frage. Die man viel häu­figer den Ver­ant­wort­li­chen stellen sollte, wenn sie mal wieder panisch einen Trainer ent­lassen. Ich weiß nicht, ob ein anderer Trainer besser wäre. Aber natür­lich kana­li­siert sich die Wut eines Fans als erstes bei den Spie­lern und beim Trainer. Und wenn David Wagner schmall­lippig erklärt, dass mehr nicht mög­lich ist als ein 1:2 in Düs­sel­dorf, dann bekomme ich eine Krise. Natür­lich wäre es besser, wenn sich diese Wut gleich auf die Ver­ant­wort­li­chen in der Loge richten würde. Die Spieler sind für eine lang­fris­tige Ent­wick­lung nicht ver­ant­wort­lich, höchs­tens für ihre däm­li­chen TikTok-Videos. Das muss sofort auf­hören. Genauso wie Nie­der­lagen gegen Düs­sel­dorf.

*Name ist der Redak­tion bekannt.