Rudi Guten­dorf (1. Juli 1977 bis 27. Oktober 1977)

Armer Rudi Guten­dorf. Schon bei seiner Vor­stel­lung im Sommer 1977 dürfte der zukünf­tige Wel­ten­bummler geahnt haben, was für ein anstren­gender Job auf ihn zukommen würde. Der Verein, gerade erst strah­lender Sieger im Euro­pa­pokal der Pokal­sieger, war vom Erfolg ver­wöhnt, die Ver­pflich­tung von Super­star Kevin Keegan spal­tete bald die Mann­schaft. Kapitän Peter Nogly knöpfte sich den neuen Trainer vor: Wenn Sie für den Eng­länder einen von uns raus­holen, sind Sie bei uns unten durch!“ Als die Krise zwi­schen Mann­schaft, Trainer und dem allzu herr­schaft­li­chen Manager Dr. Peter Krohn zu eska­lieren drohte, bat Prä­si­dent Paul Ben­t­hien zum klä­renden Gespräch. 20 Minuten sprach die Mann­schaft, 48 Minuten Dr. Krohn, 72 Rudi Guten­dorf. Der erbat schließ­lich seine sofor­tige Beur­lau­bung, Ben­t­hien kam dem nach. Heute sagt Guten­dorf: Der HSV, das war die schlimmste Sta­tion meines Trainer-Lebens.“

Branko Zebec (1. Juli 1978 bis 22.12.1980)

Es ist der ver­dammte Alkohol, der die Kar­riere von Branko Zebec so schnell zer­störte. 1979 wurde der Jugo­slawe mit dem HSV Deut­scher Meister, schon 1980 ist der Schwerst­al­ko­ho­liker für den Klub nicht mehr tragbar. Seit einer Bauch­spei­chel­drüsen-OP durfte Zebec eigent­lich nur noch kleine Mengen Alkohol zu sich nehmen, er soff weiter und wurde von den HSV-Offi­zi­ellen im Winter 1980 als nicht mehr zurech­nungs­fähig“ bezeichnet. Als Zebec in den Weih­nachts­ur­laub nach Zagreb flog, erreichte ihn am 22. Dezember per Tele­gramm die Kün­di­gung aus Ham­burg, der Öffent­lich­keit wurde Alek­sander Ristic als Nach­folger prä­sen­tiert. Dann meldet sich plötz­lich die Ex-Trainer-Gattin Dusica, eben­falls per Tele­gramm. Ihr Mann werde am 2. Januar 1981 pünkt­lich auf dem Trai­nings­ge­lände erscheinen. Erst am 20. Januar 1981 war die Causa Zebec end­gültig gere­gelt, die Abfin­dung betrug stolze 250.000 DM. Am 26. Sep­tember 1988 starb Branko Zebec mit nur 59 Jahren.

Josip Sko­blar (1. Juli 1987 bis 9. November 1987)

Es war von Anfang an ein Him­mel­fahrts­kom­mando, den Ham­burger SV nach der ruhm­rei­chen Ära von Ernst Happel (1981 bis 1987) zu über­nehmen. Josip Sko­blar tat genau das – und schei­terte nach nur 15 Bun­des­liga-Spiel­tagen. Da hatte der HSV erst fünfmal gewinnen können, war Neunter und hatte mit dem bedau­erns­werten Tor­wart Mladen Pra­lija („Der Flie­gen­fänger“) die größte Lach­nummer der Liga in den eigenen Reihen. Sko­blar, der stets betont hatte, sein Schicksal an das des von ihm unter­stützten Kee­pers zu kop­peln, wurde noch vor der Win­ter­pause ent­machtet. In der Ham­burger Mor­gen­post“ kotzte sich Sko­blar dann so richtig aus: Felix Magath wollte mich vom ersten Tag an demo­ti­vieren und pro­vo­zieren. Als wir gegen Glad­bach acht Stück gekriegt haben, hat Magath nur gelacht. Oft genug hat er mir gesagt: Joschi, du packst das nicht.‘“ Womit wieder einmal bewiesen wäre, was für ein freund­li­cher Mensch dieser Felix Magath doch ist.

Egon Coordes ( 12. März 1992 bis 21. Sep­tember 1992)

Drei Siege, acht Unent­schieden, acht Nie­der­lagen – nein, Egon Coordes, der Bun­des­liga unter dem Deck­namen Der Schleifer“ bekannt, hatte beim HSV nicht gerade eine glor­reiche Zeit. Es dau­erte nicht lange, bis die Rufe nach seiner Ent­las­sung laut wurden. Als Coordes dann im Sep­tember 1992 fünf HSV-Profis (Rohde, von Heesen, Kober, Spörl und Bode) vor­warf, sie hätten sich bis fünf Uhr mor­gens in der Disco rum­ge­trieben, eska­lierte die Situa­tion für den Übungs­leiter. Gegen­über Manager Heri­bert Bruch­hagen for­derte Coordes die Sus­pen­die­rung der ver­meint­li­chen Übel­täter („Ent­weder die oder ich!“), statt­dessen ließ die Ver­eins­füh­rung die Mann­schaft über den Ver­bleib von Coordes abstimmen. Klare Sache: Mit 14:3 Stimmen spra­chen sich die Kicker gegen ihren Trainer aus. Coordes musste gehen.

Felix Magath (6. Oktober 1995 bis 18. Mai 1997)

Mitte der Neun­ziger war der HSV ein Chaos­klub, auch der Euro­pa­pokal-Held von einst, Felix Magath, bekam den Sau­haufen HSV“ („MoPo“) nicht in den Griff. Nach 58 Spielen als Trainer wurde er ent­lassen. Kaum war die Tren­nung (samt 520.000 DM Abfin­dung) beschlos­sene Sache, sickerten schmut­zige Details über die letzten Wochen der Ära Magath an die Öffent­lich­keit. So soll Magath vor dem seinem letzten Spiel gegen den 1. FC Köln Repor­tern der Bild“ zuge­flüs­tert haben: Achten sie heute mal genau auf Kmetsch und Spörl.“ Beide machten schließ­lich ein mise­ra­bles Spiel. Magath frus­triert: Ich habe jetzt noch Pro­bleme, zu ver­stehen, dass Spieler absicht­lich nicht gewinnen wollen.“