Sascha Möl­ders
Par­ty­hüte, Spontan-Con­ga­schlangen, Kon­fet­ti­ka­nonen und mehr freu­dige, schwei­ßige Umar­mungen als im Sau­na­club um die Ecke – Sams­tag­nach­mittag nannten wir die Redak­tion kurz­zeitig in Eska­la­tion um, denn nach län­gerer Durst­strecke möl­derte es end­lich wieder in der Bun­des­liga. Und es war kein all­täg­li­ches, kein belang­loses Möl­dern, es war ein Möl­dern von quasi-his­to­ri­schem Wert, denn Redak­tions-Lieb­ling und Drecks­ar­beits-Licht­ge­stalt Sascha Möl­ders möl­derte mit seinem Tor zum 1:0 den eigent­lich unbe­zwing­baren FC Bayern zur ersten Nie­der­lage der Saison. Für extra Aaahs“ und Ooohs“ sorgte dabei die klas­si­sche Möl­ders-Manier, in der er den Treffer erzielte: Durch­ochsen, kurz gucken, wahr­schein­lich grunzen, Ball in den Winkel dre­schen und zum Feiern vor die Kurve rennen. Nach dem Spiel wurde ein wenig gefeiert, anschlie­ßend musste Möl­ders aber weiter in die USA, wo er in der Nacht auf Montag bei Wrest­le­mania Hulk Hogan per Zwei­kampf in die Rente schickte, den Under­taker in einem Sta­ring-Con­test in den Ner­ven­zu­sam­men­bruch starrte und anschlie­ßend The Rock den Cham­pion-Gürtel per Blut­grät­sche ent­riss, den er nun als Arm­band trägt. Wenn wir das nicht geträumt haben. 

Pep Guar­diola
Ohne dass wir Sascha Möl­ders Leis­tung an dieser Stelle klein­reden wollten (das würden wir nie­mals tun), aber nie war es so ein­fach, gegen die Bayern zu gewinnen, wie am Samstag. Das lag daran, dass der Pep Guaridola eine Mann­schaft aufs Feld schickte, die wohl auch in der Bezirks­liga ihre liebe Mühe hätte, ein Spiel zu gewinnen. Aber ist ja egal, mia san schließ­lich mia und dass es für den Rest der Liga noch um was geht, kann den gott­glei­chen Über­bayern ja am leder­be­hosten Aller­wer­testen vorbei gehen. Das Spielen in einer eigenen Liga, von dem diese Saison so oft die Rede war, scheinen die Bayern nicht nur sport­lich, son­dern auch mora­lisch zu ver­stehen. Viel­leicht sollte der FCB dar­über nach­denken, die SpVgg Unter­ha­ching auf­zu­kaufen, die dann dem­nächst die läs­tige Bun­des­li­ga­pflicht erle­digt, wäh­rend sich das vor­zei­tige Meis­ter­en­semble ab dem Früh­jahr aus­schließ­lich auf die rich­tigen Fuß­ball­spiele in der Cham­pions League kon­zen­triert. Juhu. Bzw. Würg.

Heiko Wes­ter­mann
Unser Bitt­brief an die Redak­tion des Dudens, auf­grund der dies­jäh­rigen Leis­tungen von Ham­burgs Kapitän dem Wort­paar Wes­ter­mann – Bester Mann“ den Status des Reimes abzu­er­kennen, war bereits unter­schrieben und fran­kiert. Dann aber holte Wes­ter­mann in der 82. Minute im Spiel gegen Lever­kusen den Hammer raus und drosch eine Flanke von Dennis Diek­meier volley in die Maschen. Und was soll man sagen: Dank Wes­ter­manns Gewalt­schuss zum 2:1‑Sieg atmet der HSV noch. Und unser Brief ver­schwindet wieder in der Schub­lade. Vor­erst.

Hakan Cal­ha­noglu
Ham­burgs Hakan Cal­ha­noglu ist mitt­ler­weile ein Dau­er­gast in dieser Liste, weil er eine derart her­aus­ra­gende Schuss­technik hat, dass er in der Som­mer­pause als Nebenjob die Scharf­schützen der Bun­des­wehr unter­richtet. Am Freitag schoss Cal­ha­noglu den HSV mit einem Spann-Außen­rist-Flach­schuss in Füh­rung, bei dem wir uns mit jeder wei­teren Zeit­lupe ein wei­teres Zeh-Gelenk aus­ku­gelten. Ohne Cal­ha­noglu hätte man den HSV in dieser Saison wahr­schein­lich schon vom Spiel­be­trieb abmelden können. Aber wenn man einen Spieler in seinen Reihen weiß, der mit einem Fuß­ball aus hun­dert Metern Ent­fer­nung eine Kerze aus­schießen kann und dabei nur den Docht berührt, darf man durchaus ein wenig zuver­sicht­lich sein.

André Hoff­mann
Han­no­vers André Hoff­mann ist uns bisher eigent­lich nicht als stigt­öf­ting­hafter Treter auf­ge­fallen, dem die Siche­rung durch­knallt, wenn es für sein Team schlecht läuft und der dann bereit­willig zu Gewalt­akten schreitet, für die man außer­halb eines Fuß­ball­feldes min­des­tens Sozi­al­stunden ableisten müsste. Als es im Derby gegen Braun­schweig nun für 96 nicht so lief, platzte Hoff­mann irgend­wann der Reifen und er trat seinen Gegen­spieler Mirko Boland nieder, nachdem er ihn etwa 50 Meter über den Platz gejagt hatte. Und das, obwohl Schiri Gagel­mann das Spiel bereits einige Sekunden zuvor unter­bro­chen hatte. Ein Foul, so schäbig, dass irgendwo in Hol­land Mark van Bommel kurz auf­hörte, seinem Vor­der­mann an der Super­markt­kasse in die Hacken zu treten, um gedan­ken­ver­loren in die Weite zu schauen und zustim­mend zu nicken.

Ivica Olic
Die skur­rilste Szene des Spiel­tags gehörte Ivica Olic. In der 40. Minute des Spiels seiner Wolfs­burger in Dort­mund nagelte Olic eine Her­ein­gabe aus etwa zwei Meter Ent­fer­nung an die Latte, von wo der Ball zurück auf Olics Fuß sprang, von wo er wieder an die Latte sprang und von dort zurück ins Feld. Zweimal Latte inner­halb von 0,35 Sekunden – das muss man erstmal schaffen. Beim VfL will man der­weil mit Olic ver­län­gern. Dem Ver­nehmen nach soll der 34-jäh­rige nächstes Jahr die Bil­lard-Abtei­lung des Ver­eins zum Erfolg führen.

Robert Lewan­dowski
Dass Robert Lewan­dowski mehr mit den Füßen kann als der ein oder andere Speed-Metal-Gitar­rist mit den Händen, ist bekannt. Fan­tasie-Solos, Lupfer mit der luf­tigen Kon­sis­tenz eines Sah­ne­bai­sers, kra­chende Gewalt­schuss­tore – alles schon gesehen. Seit Samstag nun wissen wir, dass Lewan­dowski nicht mal seine Füße oder den Kopf braucht, um Tore zu schießen. Kann ja jeder. Nein, Lewan­dowski macht die Dinger jetzt ein­fach mit dem Rücken. So gesehen bei seinem 1:1 gegen Wolfs­burg, als der Pole eine Ecke mit dem Buckel ins lange Eck buck-sierte (haha). Mit was über­rascht uns der Pole als nächstes? Fern­schüsse mit dem Ohr­läpp­chen? Solo­läufe, bei denen er den Ball mit den Schul­tern hoch­hält? Vol­ley­tore mit den Geni­ta­lien? Alles nicht aus­zu­schließen.

Josip Drmic
Auch Josip Drmic ist ein gern gese­hener Gast in unserer Liste, meist weil er Tore schießt, die Zlatan Ibra­hi­movic vor Eifer­sucht die Elfen­bein-Innen­ein­rich­tung seiner Pariser Pent­house­woh­nung zer­dep­pern lassen. Bereits 16 Buden hat Nürn­bergs ent­schlossen fri­sierter Schweizer bereits gemacht, am Samstag nun zeigte er ein wei­teres Mal, was ein Instinkt­stürmer er ist, als er im Spiel gegen Glad­bach gedan­ken­schnell seinen Schädel in einen Frei­stoß hielt und..oh..äh..Eigentor. Naja.

Patrick Her­mann
Der­zeit fühlen wir uns Glad­bachs Patrick Herr­mann durchaus nah. Das liegt nicht etwa daran, dass Herr­mann ein guter und erfolg­rei­cher Fuß­baller ist, der unsere Schreib­tisch­stuhl-Exis­tenzen gerne mal durch ein schönes Tor berei­chert. Vor allem liegt das an der Berufs­auf­fas­sung des Offen­siv­manns. Im Spiel gegen Nürn­berg würde Herr­mann näm­lich bereits das 26te Mal in dieser Saison aus­ge­wech­selt und stellte damit einen ein­samen Rekord auf. Nie in der Geschichte der Bun­des­liga durfte ein Spieler derart oft früh Fei­er­abend machen. Mit seiner Nei­gung zur Kurz­ar­beit spie­gelt Her­mann also durchaus unsere all­ge­meine Arbeits­moral wider und ist hiermit herz­lich ein­ge­laden, mal gemeinsam die Füße hoch­zu­legen und ent­spannt Däum­chen zu drehen. Darauf einen Faul­pelz-tini am Redak­tions-Pool.

Havard Nielsen
Vor noch nicht allzu langer Zeit waren die Spieler von Braun­schweig beim Tor­ab­schluss in etwa so ent­schlossen wie Naddel bei der Berufs­wahl. Und ähn­lich erfolg­reich. Seit einiger Zeit aber klappt das nun mit dem Tore schießen und nicht nur das: Die Treffer sind mitt­ler­weile wirk­lich schön. Auf Kum­belas Fall­rück­zieher folgte Ken Rei­chels Vol­leytor, nun erfreute uns Havard Nielsen mit seinem ansehn­li­chen Langes-Eck-Wemmser. Gerne mehr davon, liebe Braun­schweiger, und gerne auch nächstes Jahr, wenn ihr so wei­ter­macht.

Koen Cas­teels
Der nütz­liche 11FREUNDE-Airbag“ zum Schutz vor auf­fah­renden Geg­nern geht in dieser Woche an Hof­fen­heims Keeper Koen Cas­teels, dem wir an dieser Stelle alles Gute und eine schnelle Gene­sung wün­schen wollen. In der 69. Minute des Spiels gegen Hertha ras­selte Cas­teels mit Gegen­spieler Adrian Ramos zusammen und brach sich dabei den Unter­schenkel. Eine Zusam­men­prall, so heftig, dass die For­scher des CERN die Spiel-DVD ange­for­dert haben, da sie der Mei­nung sind, bei der Kol­li­sion ein neues Teil­chen ent­deckt zu haben. Neben Keeper Grahl fällt nun also auch Cas­teels aus, was Alex­ander Stolz zu seinem Bun­des­li­ga­debüt ver­half und die TSG jetzt erstmal mit einem vor­läu­figen Tor­wart­pro­blem hin­ter­lässt. Aber gut, da wird sich ja sicher­lich jemand im Nach­wuchs des VfB Stutt­gart finden.