Nor­bert Dickel, als Sta­di­on­spre­cher bei Borussia Dort­mund kom­men­tieren Sie die BVB-Spiele auch im Internet. Hören wir Sie bald auch im WDR?

Ich gehe nicht davon aus, dass meine Art zu kom­men­tieren dort gefragt ist. Außerdem müssten meine Partner Boris Rupert und Con­stantin Blaß auch ver­pflichtet werden.



Was schreckt den WDR ab?


Wir kom­men­tieren par­tei­isch, schließ­lich heißt der Sender BVB-Net­radio. »Schiri, schmeiß den mal vom Platz« oder ähn­li­ches ist bei uns üblich. Wir reden, wie uns der Schnabel gewachsen ist.

Den Fans gefällt es, bis zu 100?000 Fans hören zu.

Zu Beginn habe ich pro­biert, wie ein seriöser Radio­kom­men­tator zu klingen. Doch je öfter wir uns im Ton ver­griffen, desto posi­tiver war die Reso­nanz.

Wie fing alles an?


Als Dr. Nie­baum 1998 auf USA-Reise war, fand er keinen Radio­sender, auf dem er sich die Spiele der Borussia anhören konnte. So kamen wir auf die Idee mit dem Inter­net­radio.

Reden Sie ein lang­wei­liges BVB-Spiel auch mal span­nend?


Nein, dann unter­halte ich mich mit Boris Rupert über sein Bier, oder ich beschwere mich über seine Kom­fort­sitz­schalen auf der Pres­se­tri­büne, wäh­rend ich unten in der Kälte stehen muss.

Ihren Job als Sta­di­on­spre­cher ver­nach­läs­sigen Sie aber nicht?

Nein, da langt ein Satz: »Boris ich muss jetzt abgeben, es gibt eine Aus­wechs­lung.«

Die schönste Erin­ne­rung?

An ein Spiel gegen Gala­ta­saray Istanbul. Ich kom­men­tierte: »Der Ball landet wieder bei Galata-Gala-Ga… Ach Scheiße, Istanbul!« Der Ver­spre­cher kam dadurch zustande, dass ich einen meiner besten Freunde, Erdal Keser, der auch Gala­ta­saray-Fan ist, immer etwas foppte, indem ich sagte: »Ach du und dein Galasta­ra­sarai…« Und dann bekomme ich beim Spiel den Namen ein­fach nicht mehr zusammen.