Alan & Denise, die eng­li­sche Natio­nal­mann­schaft verlor 1982 in einem Freund­schafts­spiel mit 2:1 gegen Deutsch­land, eigent­lich eine Schande für jeden eng­li­schen Fuß­ballfan. Sie jedoch schrieben dar­aufhin einen Song für den zwei­fa­chen deut­schen Tor­schützen Karl-Heinz Rum­me­nigge.

Alan: Eine Schande, ja, aber Rum­me­nigge war in diesem Spiel ein­fach über­ra­gend, er hat uns im Allein­gang nass gemacht.

Denise: Und dann dieser süße Name …

… mit dem sich der eng­li­sche Kom­men­tator sehr schwertat.

Alan (lacht): Wir Eng­länder können dieses Rum­me­nigge“ nicht so aus­spre­chen und betonen wie die Deut­schen. Wir spre­chen ein Ru“ wie hinten bei Kang­aroo“.

Denise: Der Kom­men­tator brüllte nach dem zweiten Tor: Rum­me­nigge, what a man!“ Wir waren sofort inspi­riert.

Inspi­riert schienen Sie jedoch vor allem von dem Typen Rum­me­nigge, seinen langen Beinen, seinen blonden Haaren.

Denise:
Mmhhh, dieser hüb­sche junge Mann war schon eine Erschei­nung in seinen kurzen Shorts.

Alan, waren Sie damals eifer­süchtig auf den deut­schen Mit­tel­stürmer?

Alan: Sie haben mich noch nicht in Shorts gesehen! (lacht) Nein, im Ernst, dieser Lied­text war natür­lich nur ein großer Spaß.

Dieser Spaß sollte zum größten Erfolg Ihrer musi­ka­li­schen Kar­riere werden.

Alan: Unglaub­lich, oder? Die eng­li­schen Plat­ten­firmen hatten nie Inter­esse an einer Ver­öf­fent­li­chung. Auf der Insel waren in den Acht­ziger Jahren Syn­the­si­zers ange­sagt, ich wollte das Stück aber unbe­dingt mit der Gitarre begleiten.

Sie mussten also woan­ders eine Plat­ten­firma finden.

Denise: Eine Freundin von uns hatte in dieser Zeit eine Plat­ten­ver­öf­fent­li­chung in Deutsch­land. Dort haben wir dann auch vor­ge­spielt und die waren auf Anhieb begeis­tert.

Der Song stieg sofort in die deut­schen Charts ein. Wie sind Sie damals wahr­ge­nommen worden, als rich­tige Stars – oder viel­mehr als Kult­fi­guren?

Denise: Es war nicht so, dass die Teen­ager vor unseren Hotels gezeltet haben. Aber für ein One-Hit-Wonder waren wir wirk­lich ange­sagt. Das Lied wurde im Radio rauf und runter gespielt, wir hielten uns zwölf Wochen in den Charts – wir waren in aller Munde.

Alan: Als Rum­me­nigge nach Ita­lien ging, kaufte Inter Mai­land die gesamten Plat­ten­be­stände in Deutsch­land auf. Ich weiß auch nicht genau, warum …

Denise: Und sogar heut­zu­tage erin­nert man sich an unseren Song, das ist ja jetzt über 25 Jahre her. Wenn man von Rum­me­nigge liest, liest man auch von uns, als eine Art Fuß­note.

Alan: Rum­me­nigge hat uns unsterb­lich gemacht! (lacht)

Es war damals nur eine Frage der Zeit, wann Sie Ihrem Song­helden tat­säch­lich einmal begegnen würden. Sie hatten gemischte Gefühle?


Alan:
Ja, genau so war es. Ich konnte nicht richtig ein­schätzen, was er von dem Song halten würde, schließ­lich machten wir uns ja auch irgendwie über ihn lustig.

Denise:
Als wir ihn dann trafen, fragte ich ihn gleich nach seiner Mei­nung. Er sagte, als er das Lied das erste Mal hörte, sei er sich nicht sicher gewesen, was er davon halten sollte. Als seine Frau dann aber sagte, sie würde es unheim­lich gut finden, mochte er es schließ­lich auch.