Es ist fast schon Tra­di­tion. In den ver­gan­genen vier Spiel­zeiten trafen Bayern Mün­chen und Schalke jeweils inner­halb der ersten fünf Spiel­tage auf­ein­ander. Genauso Tra­di­tion ist es, dass Schalke diese Spiele ver­liert. 0:2, 0:3, 0:2, 0:3: So lautet die Bilanz der ver­gan­genen Hin­runden-Spiele.

Zumin­dest ver­kauften sich die Königs­blauen dieses Mal teuer. Ihre 0:3‑Niederlage wurde über­schattet durch einige klare Fehl­ent­schei­dungen des (Video-)Schiedsrichters, das 0:3 fiel min­des­tens ein, eher zwei Tore zu hoch aus. Macht das Hoff­nung auf eine bes­sere Zukunft für Schalke? Was macht der neue Trainer David Wagner anders? Und wie sieht die Lage bei den Bayern aus? Fünf Erkennt­nisse aus dem Spiel.

1. Wag­ners Spiel­idee ist bereits klar zu erkennen
Wagner gehört zu den zahl­rei­chen neuen Gesich­tern dieser Bun­des­liga-Saison. Was hat er sich auf Schalke vor­ge­nommen? Er möchte, dass seine Schalker schnellen und schnör­kel­losen Kon­ter­fuß­ball spielen.

Schon in Hud­ders­field favo­ri­sierte Wagner dazu ein 4 – 2‑3 – 1‑System. Gegen den Ball mutiert die For­ma­tion zu einem 4−4−2. Die beiden Vie­rer­ketten bauen sich um den Mit­tel­kreis herum auf. Hier soll Wag­ners Team den Ball erobern. Nach einer Bal­ler­obe­rung geht es schnell: Die Außen­stürmer sowie der zen­trale Angreifer starten in die Tiefe, der Zehner bietet sich im offen­siven Mit­tel­feld an.

Diese Spiel­idee setzte Schalke bereits beim 0:0 gegen Borussia Mön­chen­glad­bach gut um. Auch gegen Bayern fiel auf, wie kom­pakt die Ketten bereits agierten. Wagner hat eine klare Vor­stel­lung vom Fuß­ball – und die bringt er nun nach Schalke.

2. Schalkes Kon­ter­fuß­ball fehlen die Konter
Ganz rei­bungslos funk­tio­niert Wag­ners System noch nicht. Der Über­gang ins Pres­sing funk­tio­niert noch nicht makellos. Gegen die Bayern konnte Schalke nur selten Druck aus­üben. Vor allem aber man­gelt es dem Kon­ter­fuß­ball an Kon­tern.

Unter Vor­gänger Dome­nico Tedesco waren die Schalker es gewohnt, das Tempo zu ver­schleppen. Unter Wagner ver­su­chen sie zwar, direkt in die Tiefe zu spielen. Es man­gelt aber an Tempo im offen­siven Zen­trum und auch an Spie­lern, die die ent­spre­chenden Pässe spielen können. Auf den Außen-Posi­tionen sowie auf der Dop­pel­sechs fehlt solch ein Spie­lertyp, das Spiel nach vorne bleibt noch zu ungenau. Stan­dards sind momentan die beste Mög­lich­keit für Schalke, Tor­ge­fahr aus­zu­strahlen.

Sind das nur Wachs­tums­schmerzen? Oder gibt der Kader schlicht nicht mehr her?