Auf­reger des Monats
Zu Beginn des Jahres machte Borussia Dort­mund all jene, die es mit dem BVB halten, zu glück­li­chen Men­schen. Man hatte soeben das scheinbar aus­sichts­lose Rennen um den Rolls Reus“ (Bild) des deut­schen Fuß­balls gewonnen. Für 17,5 Mil­lionen Euro sicherten sich die Borussen die Dienste von Marco Reus bis 2017, der in der Jugend bereits für den BVB gespielt hatte, dort jedoch für nicht gut genug befunden wurde. Die erste Ohr­feige im Jahr 2012 für den FC Bayern Mün­chen.

Spieler des Monats: Thierry Henry
Die Win­ter­pause wird von den meisten Profis dazu genutzt, sich vom stra­pa­ziösen Leben eines Fuß­bal­lers zu erholen. Nacht für Nacht in den Luxus­ho­tels dieser Welt zu ver­bringen, mit dem Wissen am nächsten Tag womög­lich schon vor 10 Uhr auf­stehen zu müssen, da ansonsten die Lieb­lings-Corn­flakes ver­griffen sind, schlaucht. Thierry Henry, so ver­künden wir jetzt ein­fach, ist anders gestrickt. Im Sommer 2011 zog es ihn in die MLS zu den New York Red Bulls. In der Win­ter­pause kehrte er über­gangs­weise zu seinen Gun­ners zurück. 226 Tore hatte er in acht Jahren für Arsenal London erzielt. Acht Minuten nach seiner Ein­wechs­lung im FA-Cup gegen Leeds United erzielte er den 1:0‑Siegtreffer. Die Legende lebt.

Video des Monats
Und wieder der FC Schalke: Die Ver­pflich­tung von Señor Raul ließ die Herzen aller Schalker bis zur Unend­lich­keit höher schlagen. Stan­des­gemäß zau­berte sich Raul durch die Liga, im Januar wurde sein Lupfer gegen den 1. FC Köln zum Tor des Jahres 2011 gewählt. Völlig zurecht lag ihm nicht nur Schalke, son­dern auch Fuß­ball­deutsch­land zu Füßen.

Schlag­zeile des Monats: Ich bin der ein­zige Söldner, der dazu steht“
Der Mit­ar­beiter des Monats auf Schalke: Albert Streit. 2007 wech­selte er von Ein­tracht Frank­furt zum FC Schalke und unter­schrieb den Ver­trag seines Lebens. Nach drei Wochen hatte er bereits genug vom Ruhr­pott und der Ruhr­pott von ihm. Für ihn aller­dings keinen Grund den Ver­trag auf­zu­lösen, er ent­schloss sich dazu, den Ver­trag abzu­sitzen. Das kam bei den Anhän­gern der Königs­blauen beson­ders gut an. Fans hätten ihn bespuckt und bepin­keln wollen“, so Streit. Zum Abschluss ließ er in der Sport Bild“ ver­lauten: Ich bin der ein­zige Söldner, der dazu steht.“

Auf­reger des Monats
Im Februar mel­dete der 54-malige schot­ti­sche Cham­pion Glasgow Ran­gers die Insol­venz an. Der Klub wurde zunächst mit zehn Punkten Abzug bestraft, um später mit dem Abstieg in die vierte Liga den end­gül­tigen Knock-out zu erhalten. Bis der Ibrox Park das nächste Mal einen Erst­liga-Erfolg des mit 170 Mil­lionen Euro ver­schul­deten Ver­eins feiern darf, wird es wohl noch etwas dauern.

Spieler des Monats: Miso Brecko
Der ver­mut­lich unglück­lichste Kölner einer ohnehin schon unglück­li­chen Kölner Mann­schaft: Miso Brecko. Die ver­gan­gene Saison war für die Dom­städter bekannt­lich nicht son­der­lich erfolg­reich. Aber Spaß hatten sie! Miso Brecko hatte soeben seine Rot­sperre von zwei Wochen abge­sessen, als ihm eine Kar­ne­vals­sit­zung vor die Flinte kam. Gekonnt steu­erte er seinen Gelän­de­wagen mit 1,7 Pro­mille auf ein Gleis­bett, ver­suchte auf den Schienen der Bahn zu folgen und stoppte erst, als auch der letzte Reifen den Geist aufgab. Brecko ist mitt­ler­weile Kapitän des 1. FC Köln.

Video des Monats
Mario Balo­telli ist ein lus­tiger Typ. Im Jahr 2012 sollte er uns durch­ge­hend mit skur­rilen Geschichten begleiten. Durchaus lustig bis zu dem Moment, in dem er mit zwei Toren Deutsch­land den EM-Traum zer­störte. Im Februar war aller­dings noch alles gut, sodass man sich herz­haft über den Kampf gegen ein Leib­chen amü­sieren kann.

Schlag­zeile des Monats: Das ist Krieg und kein Fuß­ball“
Der Ara­bi­sche Früh­ling prägte das Jahr 2012. Im Februar bot der Fuß­ball eine tra­gi­sche Bühne für die blu­tige Revo­lu­tion in Ägypten. Bei Aus­schrei­tungen zwi­schen Akti­visten und dem Militär wäh­rend eines Fuß­ball­spiels in Port Said ließen 74 Men­schen ihr Leben, 52 Men­schen wurden im Zusam­men­hang mit dem Blutbad fest­ge­nommen.

Auf­reger des Monats
Auch der März 2012 wird nicht unbe­dingt zum Lieb­lings­monat des 1. FC Köln gehören. Bei Aus­wärts­spielen in Nürn­berg und Hof­fen­heim trafen Anhänger von Glad­bach und Köln auf einem Rast­platz auf­ein­ander. Anhänger des FC ver­folgten einen Bus der Glad­ba­cher, ver­suchten ihn abzu­drängen und warfen Mau­er­steine. Der vor­läu­fige Tief­punkt, der die Dis­kus­sion um Gewalt rund um den Fuß­ball befeu­erte. Die Bild“ titelte gewohnt dif­fe­ren­ziert: So schlimm sind Kölns Fans.“

Spieler des Monats: Lukas Podolski
Wenn’s kommt, dann knüp­pel­dick. Im März gab der Prinz seinen Wechsel zum FC Arsenal bekannt. 12,5 Mil­lionen Euro ließen sich die Gun­ners diesen Transfer kosten. Podolski gab alles, um den im Chaos ver­sin­kenden Klub vor dem Abstieg zu bewahren, doch seine 18 Treffer reichten nicht. Letzt­lich bleibt dem Klub nur der Gang in die Zweit­klas­sig­keit.

Video des Monats
Nachdem Paolo Guer­rero durch seinen Fla­schen­wurf auf einen Zuschauer der wohl unbe­lieb­teste Spieler der Liga wurde, foulte er sich im März end­gültig in die Herzen der Fans. Der Stutt­garter Sven Ulreich wollte den Ball an der Eck­fahne abschirmen, Guer­rero setzte zur Grät­sche an, bei der jedem untrai­nierten Men­schen das Bein bis auf die Tri­büne weg­ge­flogen wäre.

Schlag­zeile des Monats: Eins­zu­sie­ben­kusen“
Unbe­stritten, das Jahr 2012 gilt auch als das Jahr, in dem der deut­sche Klub­fuß­ball zu den rest­li­chen Spit­zen­mann­schaften aus Spa­nien und Eng­land auf­holte. Doch im März zeigte uns Lionel Messi, welch kleine Lichter wir doch eigent­lich sind. Leid­tra­gende Mann­schaft in diesem Fall: Bayer 04 Lever­kusen. Am Ende klin­gelten der Werkself die Ohren, 7:1 für den FC Bar­ce­lona, fünf­fa­cher Tor­schütze: Lionel Messi.