11FREUNDE am Morgen

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Uniteds Gala gegen Rom

Besser als ihr Ruf. Die Europa League gilt ja oft als kleiner, häss­li­cher Bruder der Cham­pions League, bietet aber ver­läss­lich bes­sere Unter­hal­tung als die Königs­klasse. Wer am Dienstag den unan­sehn­li­chen Kick zwi­schen Real Madrid und dem FC Chelsea sah und die Par­tien des gest­rigen Abends dagegen hielt, führte sich bei den Über­tra­gungen aus Man­chester und Vil­lareal deut­lich besser unter­halten. Das galt natür­lich vor allem für die Gala, die Man­chester United gegen die Asso­cia­zione Spor­tiva Roma (wie wir 11Freunde-Afi­cio­nados das nennen) abfeu­erte.

Zur Halb­zeit hatte es noch 1:2 gestanden, auch weil der unver­wüst­liche Edin Dzeko (52) für Rom getroffen hatte. Nach der Halb­zeit bra­chen die Ita­liener dann aber aus­ein­ander, was auch dem Umstand geschuldet war, dass gleich drei Stamm­spieler, näm­lich Jordan Vere­tout, Keeper Pau López und Leo­nardo Spi­naz­zola, noch vor dem Pau­sen­pfiff ver­letzt raus mussten. Bruno Fer­nandes und Edinson Cavani schossen vier von sechs Toren zum 6:2 und es fehlt ein wenig die Fan­tasie, wie Rom das im Rück­spiel noch drehen könnte.

Deut­lich enger ging es im zweiten Spiel zwi­schen Vil­lareal und Arsenal zu. Der Gast­geber domi­nierte das Spiel, führte lange 2:0 und hatte sich schon darauf ein­ge­stellt, mit einem beru­hi­genden Polster nach London fahren zu können, zumal auch noch Arse­nals Dani Ceballos mit Gelb-Rot vom Platz flog. Dann aber ver­darb zunächst ein frag­wür­diger Elf­meter, den Pépé für Arsenal ver­wan­delte, die Laune der Spa­nier. Und dann musste auch noch Éti­enne Capoue mit Gelb-Rot vom Platz, weil er Saka rüde in die Beine gefahren war. Capoue ver­letzte sich bei der Aktion selbst, musste mit einer Trage vom Platz gebracht werden und sah wäh­rend des Abtrans­ports den roten Karton. Wie gesagt: richtig gute Unter­hal­tung.

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Kiel auf der Über­hol­spur

Das ist nach dem unan­sehn­li­chen 1:1 des Ham­burger SV gegen den Karls­ruher SC ges­tern Abend in Nach­hol­spiel wieder ein biss­chen wahr­schein­li­cher geworden. Die Kapi­tu­la­tion“ titelte der Kicker“ ges­tern Abend über den Auf­tritt der Ham­burger. Etwas weiter nörd­lich hin­gegen ist die Stim­mung prima. Drei Spiele weniger als der HSV hat Hol­stein Kiel bestritten und liegt trotzdem nur zwei Punkte hinter den dritt­plat­zierten Ham­bur­gern. Zusehen zu müssen, wie die anderen davon­ziehen, wäh­rend man selbst nur auf der Couch sitzen kann, war schon eklig“, hat Fin Bar­tels uns einen Ein­blick in seine Gefühls­lage gegeben. Aber jetzt macht der Blick auf die Tabelle Mut, weil wir sehen: Es gibt noch ein paar Spiele, die wir auf einige Mann­schaften in der Hin­ter­hand haben. Und zu wissen, wo wir stehen können, wenn wir die gewinnen, spornt natür­lich enorm an.“ Zumal am Samstag auch noch das Halb­fi­nale im DFB-Pokal in Dort­mund ansteht. Die Partie war defi­nitiv nicht das Wunschlos der Kieler. Aber wenn eine Mann­schaft in dieser Saison für Über­ra­schungen gut ist, dann ist das Hol­stein. Und Bar­tels sagt auch: Wenn es ein geiler Fight wird und wir im DFB-Pokal-Hal­b­­fi­­nale in Dort­mund über 120 Minuten gehen müssen, dann würde ich das auch sofort unter­schreiben – um dann im Elf­me­ter­schießen zu sehen, was pas­siert.“

Zitat des Tages

Es ist nicht mehr hin­nehmbar, dass die Füh­rung des SV Werder tatenlos durch die größte Krise der Ver­eins­ge­schichte tau­melt!“

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Schot­ti­sche Sehn­sucht

Wie sehr wir das ver­missen! End­lich wieder den Schal umbinden, im Bus zum Sta­dion stehen, in der Kneipe ein Bier trinken, die Gesänge von weitem hören, das Flut­licht sehen, den Schritt beschleu­nigen und wieder auf den Rängen stehen. Der schot­ti­sche Erst­li­ga­klub FC Aber­deen hat in seinem Wer­be­film für die Dau­er­karten der nächsten Saison sehr poe­ti­sche Bilder für diese Sehn­sucht der Anhänger gefunden.

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Zahltag in Mat­ters­burg

Der frü­here Bun­des­li­gist SV Mat­ters­burg ist längst Geschichte, die dort zu Boom­zeiten übli­chen Schwarz­geld­zah­lungen hin­gegen sind Gegen­stand staats­an­walt­li­cher Ermitt­lungen. Der frü­here Klub­boss Martin Pucher, im Per­so­nal­union auch auch Draht­zieher in einem Betrugs­skandal um die Com­mer­zi­al­bank Mat­ters­burg, hat nun gestanden, vier Spie­lern und einem Trainer allerlei unver­steu­erte Bar­mittel zuge­schanzt zu haben. 100000 Euro sollen zwei Kicker jeweils erhalten haben, zwei wei­tere Spieler sei immer dann bedacht worden, wenn sie gut gespielt haben“, gab Pucher zu Pro­koll. Bis zu 40000 Euro will er den beiden zuge­steckt haben, nicht ohne Gedanken daran, was die Herren wohl mit der ganzen Kohle anstellen würde. Er habe ver­mutet, dass die Spieler das Geld fürs Fort­gehen am Wochen­ende benö­tigten“. Und wenn man die Nacht­club­preise für alko­hol­freie Getränke im Bur­gen­land betrachtet, weiß man: Das kommt unge­fähr hin.

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Rauhe Sitten

Sabine über­nimmt ab hier. Fuß­ball-Kom­men­ta­toren sollten nach Spielen besser nicht im Netz nach Feed­back suchen. Denn regel­mäßig ver­gessen Zuschauer in den sozialen Medien ihre Kin­der­stube und pöbeln wüst in den Kom­men­tar­spalten der Kol­legen herum. Man braucht also ein dickes Fell und einen humo­rigen Blick auf die Schimpf­ka­no­naden. Und hin wieder sind sogar ein paar gute Per­so­nal­vor­schläge dabei, wie in der Nach­richt, die neu­lich bei DAZN-Experte Ralph Gunesch ins Post­fach flat­terte. In der wurden zwar sämt­liche Kom­ma­re­geln igno­riert und kräftig her­um­be­lei­digt, aber eben auch sinn­volle Alter­na­tiven fürs Mikrofon benannt, näm­lich Sabine aus der Bur­ger­butze“, die das Spiel sicher pro­fes­sio­neller kom­men­tieren würde. Und auch wenn es Gunesch schwer fällt, der Kon­kur­renz muss er sich jetzt ein­fach stellen.

Auch heute gibt es wieder Fuß­ball satt. Werder Bremen könnte heute Abend mit einem Sieg gegen RB Leipzig ins Pokal­fi­nale ein­ziehen und anschlie­ßend mit Wonti im VIP-Bereich feiern, in der Pre­mier League trifft Sout­hampton auf Cham­pions-League-Anwärter Lei­cester, Celta Vigo muss im Mit­tel­feld der spa­ni­schen Liga gegen Levante ran und in der Regio­nal­liga warten die Kra­cher­par­tien Düs­sel­dorf II gegen Wup­pertal und Stein­bach gegen Stutt­gart II. Hui, das wird span­nend!

Einen schönen Freitag wünschtPhilipp Köster