Seite 2: „Das hier ist kein PR-Gag“

Diding bot nun 600.000 schwe­di­sche Kronen (knapp 60.000 Euro), damit die 4.500 Zuschauer fas­sende Bezirks­sport­an­lage für genau ein Jahr den Namen des kom­mu­nis­ti­schen Ur-Vaters Lenin trägt. Und nicht nur das: Diding soll bereits eine vier Meter hohe Lenin-Statue in seiner Scheune lagern, die künftig vor dem Haupt­ein­gang des Sta­dions empor­ragen könnte. Der ton­nen­schwere stei­nerne Riese war einst Teil von Didings groß ange­legtem Plan für einen lokalen Lenin-Park, der jedoch von der lokalen Politik eis­kalt abge­schmet­tert wurde.

Auch auf die aktu­elle Initia­tive Didings reagieren die Volks­ver­treter in Var­berg ziem­lich humorlos: Das kommt gar nicht infrage“, sagt die Stadt­rats­vor­sit­zende Ann-Char­lotte Stenkil zum Thema Lenin-Sta­dion“. Es ist sogar völlig aus­ge­schlossen.“ Daran könne auch ein höheres Gebot von Diding nichts ändern: Nicht der­je­nige, der am meisten bezahlt, darf den Namen kaufen. Statt­dessen werden wir einen Namen finden, den die Var­berger für ange­messen halten und bei dem es nicht nur um Fuß­ball geht.“

Es ist voll­ständig undenkbar, das Sta­dion nach Tyrannen, Mas­sen­mör­dern und Dik­ta­toren zu benennen.“

Christofer Bergenblock

Der stell­ver­tre­tende Stadt­rats­vor­sit­zende Chris­tofer Ber­gen­block wird sogar noch deut­li­cher: Es ist voll­ständig undenkbar, das Sta­dion nach Tyrannen, Mas­sen­mör­dern und Dik­ta­toren zu benennen. Es gibt huma­nis­ti­sche Werte, die bei uns höher im Kurs stehen als Didings Mil­lionen. Der Sta­di­on­name soll der Stadt Ein­nahmen bescheren, aber gleich­zeitig auch Var­berg als Marke stärken.“

Doch so schnell gibt Lasse Diding nicht auf – viel­leicht, weil er weiß: Mit einem langen finan­zi­ellen Atem lässt sich am Ende Revo­lu­tio­näres errei­chen. Das war schon im Jahr 1917 so, als Lenins Bol­sche­wiki“ mit­hilfe des aus­län­di­schen Groß­ka­pi­tals (nicht zuletzt dank Zah­lungen aus Deutsch­land und den Ver­ei­nigten Staaten) einen bewaff­neten Umsturz im rus­si­schen Zaren­reich fabri­zierten.

Etwas Ähn­li­ches will auch Diding schaffen, wenn auch gewalt­frei: Das hier ist kein PR-Gag“, betont der kapi­tal­kräf­tige Lenin-Jünger. Nor­ma­ler­weise halte ich es für wich­tiger und inter­es­santer, Kultur zu spon­sern als Sport, aber wenn Var­bergs BoIS erst­malig in der Alls­venskan spielt, bringt das wahn­sinnig viel Auf­merk­sam­keit für den Sta­di­on­namen. Das wäre doch ein echtes Gesprächs­thema.“

Ist es jetzt schon. Auch wenn es ein Lenin-Sta­dion im kleinen Städt­chen Var­berg wohl nie­mals geben wird.