Wo sind sie hin, die ein­stu­dierten Lauf­wege, die Ein­ge­spielt­heit, die erkenn­baren Spiel­züge, die uns in den ver­gan­genen Jahren das (zuge­ge­be­ner­maßen streit­bare) Güte­siegel vom Kon­zept­fuß­ball™ ein­brachten – sich aber vor allem als taug­li­ches Kon­zept erwiesen hatte, punk­tuell feh­lende indi­vi­du­elle Klasse eines stets bescheiden wirt­schaften müs­senden Klubs durch mann­schaft­liche Geschlos­sen­heit und auto­ma­ti­sierte Abläufe wett­zu­ma­chen? Warum drängt sich statt­dessen bloß ein Ein­druck zwi­schen Ein­falls­lo­sig­keit und Hüh­ner­haufen auf?



Warum machen wir unsere lus­tigen Fahr­stuhl­fahrten nicht mehr nur zwi­schen den Ligen, son­dern längst auch inner­halb der Spiel­zeiten, zwi­schen Bay­ern­jäger und Bremen-Bla­mage? Warum wird um einen ira­ki­schen Mit­tel­feld­mann gebuhlt, der ja doch erst wieder 6 Monate Ein­ge­wöh­nungs­zeit brau­chen würde, wäh­rend Kobylik und Marx mit der demü­ti­genden Ober­liga-Degra­die­rung vor­bild­lich umgehen und durchaus große Bereit­schaft zeigen, sich wieder ins Team zu spielen?

Warum setzt Ernst zwi­schen­zeit­lich scheinbar alles daran, fuss­bal­le­ri­sche Gold­stück­chen wie Kamper (und vor seiner ewig andau­ernden Ver­let­zungs­pause auch Zuma) aus Bie­le­feld zu ver­graulen? Spieler der Kate­gorie Buckley/​Boakye/​Reina – die kei­nes­falls in rosa­roter Fan­brillen-Sicht“ über jeden Zweifel erhaben sind, die aber gerade ein Verein wie Arminia doch unbe­dingt benö­tigt, um einem in aller Regel eher grund­so­liden“ Kader die nötigen, oft­mals spiel­ent­schei­denden Farb­tupfer zu geben, die ihn letzt­lich besser machen als min­des­tens 3 andere Bun­des­li­gisten?

War der spie­le­risch ein­wand­freie Auf­takt in Wolfs­burg wirk­lich das einzig gute Spiel (bis zum ordent­li­chen 0:0 in Karls­ruhe) und die anfäng­liche Aus­beute nur Augen­wi­scherei? Warum wecken die beiden Grie­chen Mas­ma­nidis und Kam­pan­tais eine gera­dezu irra­tio­nale Sehn­sucht nach Fat­mir’s frü­herer Spiel­weise hinter den Spitzen?

Woher soll die nötige Sicher­heit eigent­lich kommen, wenn feh­lendes Selbst­ver­trauen (auf­grund feh­lender Punkte) durch die unbe­re­chen­bare immer-Unruhe-pro­vo­zie­rende Masche Mid­den­dorps womög­lich völlig kon­tra­po­duktiv nur noch ver­stärkt wird anstatt damit wie erhofft ein paar zusätz­liche Pro­zent­punkte raus­zu­kit­zeln“?

Statt Ant­worten oder wenigs­tens Ansätze auf sel­bige wurde obige Fra­gen­liste seit Anfang Sep­tember irgendwie bloß immer länger und länger.

Bis ges­tern!

Sieg in Koblenz. Über die Arminia-Filiale. Einzug ins DFB-Pokal‑1/8‑­Fi­nale. Hart erkämpft, hoch­ver­dient. Kam­mer­flim­mern mit Herz­still­ständen vor allen Bie­le­felder Radio­ge­räten zum Trotz (danke, Uli Zwetz). Und mag der Kicker auch noch so viel wei­ter­zwei­feln, Ernst Hugh – ich habe gespro­chen“ Mid­den­dorp stellt klar:

Wer ent­scheidet, wie lange ich Trainer in Bie­le­feld bin – das bin ich.

Und auch blog5 – als stets positiv den­kendes Ver­eins­organ Fan­pro­jekt – legt sich kur­zer­hand fest: Das war die Wende. Die Trend­wende zum Guten. Ohne Scheiß jetzt. Beweis? Marcus hat sich heute morgen sofort dran­ge­setzt, die heute Abend im ZDF statt­fin­dende Pokal-Aus­lo­sung vor­zu­ver­legen und für jeden nach­voll­ziehbar zu machen:

Zum Ach­te­fi­nal­aus­lo­sungs­si­mu­lator

Das Beste: Bei Nicht-Gefallen (z.B. Aus­wärts in Bremen) ein­fach so lange Reload drü­cken, bis es paßt.

Ach wär das Dasein als Arminia-Fan doch bloß immer sooo ein­fach.

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Wei­ter­lesen:

Alle lieben Franck
Ich ver­misse Fatmir Vata
Es gibt Spieler, die erträgt man nur in der eigenen Mann­schaft. Spielen sie für den Gegner, hasst man sie wie die Pest. Weil sie fallen, pro­vo­zieren, kra­keelen, Rudel bilden und mit Zweit­namen Täu­schungs­ver­such“ heißen. www​.11freunde​.de/​b​u​n​d​e​s​l​i​g​e​n​/​1​04769