Seite 2: Wie klappt's mit Windhorst?

Etwa 1300 Mit­glieder hatten sich gegen Bern­stein ent­schieden und auch unter den vielen, die nicht anwe­send waren, dürfte es zum Teil Vor­be­halte gegen den Prä­si­denten geben, der mehr als 15 Jahre nach dem Rückzug aus der Ultra­szene von nicht wenigen noch mit dieser asso­zi­iert wird. Viele kri­ti­sche Fragen bekam er am Sonntag nicht gestellt. Eine lau­tete, wie er zur – in den Sta­dien ver­bo­tenen – Pyro­technik stehe. Wir brau­chen nicht mehr die Debatte, ob Pyro­technik im Sta­dion ist, son­dern wie wir ver­ant­wort­lich damit umgehen, dass es keine Ver­letzten gibt“, sagte Bern­stein, der auf der für die Kan­di­datur ent­wor­fenen Web­seite die vor vielen Jahren gegen ihn ver­hängten Sta­di­on­ver­bote offen the­ma­ti­sierte.

Alle Fans von sich zu über­zeugen, ist nur ein Punkt auf der langen Liste, die der Inhaber einer Kom­mu­ni­ka­ti­ons­agentur abzu­ar­beiten hat. Reden, mit­nehmen, einen, das gilt für das Prä­si­dium eben­falls. Die Haupt­auf­gabe wird sein, aus dem Prä­si­dium einen ein­ge­schwo­renen Haufen zu machen.“ Klein ist die Auf­gabe auch hier nicht. Zwar dürfte Bern­stein für viele Ideen eine Mehr­heit haben, doch er wird dort unter anderem auch mit Peer Mock-Stümer und Ingmar Pering zusam­men­ar­beiten, die – wie der Auf­sichts­rats­vor­sit­zende Klaus Brüg­ge­mann – auf Stef­fels Seite standen.

Bern­stein denkt prag­ma­tisch

Mit Sport­ge­schäfts­führer Fredi Bobic muss Bern­stein eine gute Zusam­men­ar­beit hin­kriegen und nicht zuletzt mit Lars Wind­horst, der seit 2019 ins­ge­samt 374 Mil­lionen Euro in den Verein inves­tiert hat. Wind­horst hatte durch fort­wäh­rende Kritik in der End­phase der abge­lau­fenen Saison die Lage bei Hertha noch einmal schwie­riger gemacht. Bern­steins Vor­gänger Werner Gegen­bauer hatte nach seinem Rück­tritt Ende Mai Wind­horst in einem Tages­spiegel-Inter­view vor­ge­worfen, er habe mitten im Abstiegs­kampf den Verein ange­zündet“.

Bern­stein denkt prag­ma­tisch: Die Rea­lität sagt: Herr Wind­horst ist da, er hat die Anteile. Wir werden ver­su­chen, ihn best­mög­lich ein­zu­binden und mit ihm unsere Ziele zu errei­chen.“ Auch dafür sei eine deut­lich bes­sere Kom­mu­ni­ka­tion nötig“.

Wind­horst zeigt sich gesprächs­be­reit

Der neue Vize­prä­si­dent Fabian Dre­scher, der seine Kan­di­datur an Bern­steins Wahl zum Prä­si­denten geknüpft hatte, sprach sich für ruhi­gere Töne“ im Ver­hältnis zu Wind­horst aus. Der wie­derum hat im Kicker“ bereits ver­lauten lassen, er gehe offen und ohne Vor­be­halte in die Gespräche.

Wie ernst dem Her­thaner Bern­stein die Auf­gabe Hertha-Prä­si­dent ist, belegt unter anderem die Tat­sache, dass er sich in seiner Firma aus dem ope­ra­tiven Geschäft zurück­zieht. Seine Frau wird Geschäfts­füh­rerin, bei Bedarf soll neues Per­sonal ein­ge­stellt werden. Bern­stein ver­si­chert: Das ist so gebaut, dass es volle Kon­zen­tra­tion auf Hertha BSC gibt.“

Dieser Artikel erscheint im Rahmen unserer Koope­ra­tion mit dem Tages­spiegel. 

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