Seite 2: Was Felix Magath jetzt vorhat

Mit Zvonimir haben wir einen abso­luten Fach­mann von inter­na­tio­nalem Format ver­pflichten können“, jubelte Admira-Manager Amir Shapourz­adeh über den Soldo-Coup. Wir haben mit ihm unsere abso­lute Wunsch­lö­sung gewonnen.“ Dass der neue Übungs­leiter zuletzt zehn Jahre lang keinen Chef­trai­ner­posten mehr inne­hatte, ließ Shapourz­adeh geflis­sent­lich bei­seite. Soldo, eis­graues Haar, freund­li­cher Blick, fester Hän­de­druck, sieht sich auch bei der Admira vor­rangig als Magaths Unter­ge­bener, wie der Kroate bei seiner Prä­sen­ta­tion durch­bli­cken ließ: Wir tau­schen uns aus und werden das auch weiter so tun. Damit habe ich keine Pro­bleme. Ich habe einen Rie­sen­re­spekt vor ihm.“

Respekt vor Magath haben eigent­lich alle unter dem neuen, gemein­samen Dach von Fly­eralarm Global Soccer“. Am Dritt­liga-Standort Würz­burg erklärte Magath kürz­lich gegen­über der Main-Post“: Wir müssen aus dieser Liga raus!“ Eine klare Ansage, auch in Rich­tung des Kickers-Trai­ners Michael Schiele (41, Ver­trag bis Sai­son­ende), dessen Team zur­zeit auf Rang acht liegt – fünf Punkte hinter dem Rele­ga­ti­ons­platz (und acht vor der Abstiegs­zone). Des­halb bietet Magath („Ich habe immer den Men­schen in den Vor­der­grund gestellt.“) auch in Franken seinen guten Rat an, wobei er stets betont: Es ist jedem selbst über­lassen, was er von mir annimmt oder mit­nimmt.“

Wie Magath nach Würz­burg kam

Und so mischt Magath munter mit. In Würz­burg, im öster­rei­chi­schen Maria Enzers­dorf und mit dem Finger auf dem Globus – auf der Suche nach einer pas­senden Depen­dance in Übersee. Viel­leicht in Afrika. Viel­leicht in Bra­si­lien. Viel­leicht in Asien. Oder Uru­guay? Man weiß es (wohl) noch nicht. Über­haupt wirken die Pläne des glo­balen Fuß­ball­un­ter­neh­mens noch etwas schwammig – doch zumin­dest hat man jetzt Magath an Bord: Ich war immer ein Freund davon, etwas zu ent­wi­ckeln, das kann und werde ich hier tun“, erklärte der Schach­freund, der auf Schalke einst 32 neue Spieler kaufte – in nicht einmal zwei vollen Spiel­zeiten.

Schon die Anbah­nung der Zusam­men­ar­beit zwi­schen Magath und Fly­eralarm ver­lief, nun ja, etwas weniger stra­te­gisch als in der Labor-artigen Welt von Red Bull: Magath liebt Schaf­kopf“, das typisch-baye­ri­sche Kar­ten­spiel, und einer seiner liebsten Spiel­partner ist sein frü­herer Co-Trainer Bernd Hol­ler­bach, ein gebür­tiger Würz­burger, der von 2014 bis 2017 Chef­coach der orts­an­säs­sigen Kickers war. Eines Tages lief Magath in Würz­burg auch einem gewissen Thorsten Fischer über den Weg. Der orts­an­säs­sige Unter­nehmer und Self­made-Mil­lionär mischte mit seiner Online-Dru­ckerei in den letzten zehn Jahren die Papier­dru­cker-Branche auf und will jetzt die Fuß­ball­szene umkrem­peln. Mit Vehe­menz. Mit Geld. Und nun auch mit Magath.

Das letzte Pro­jekt

Ich per­sön­lich sehe dies als mein letztes Pro­jekt im Fuß­ball“, so der drei­ma­lige Meis­ter­trainer (2005 und 2006 mit dem FC Bayern, 2009 mit dem VfL Wolfs­burg). Was klingt wie die Vor­weg­nahme eines Abschieds, ist wohl eher die Ankün­di­gung eines glo­balen Auf­bruchs. In Würz­burg, in Maria Enzers­dorf und sonst wo auf dieser Welt­kugel. Man darf gespannt sein, wo die Reise des Felix Magath noch hin­führt.