Andre Schö­ne­wolf, wie viel kostet ein Fan­ge­sang bei Ihnen?

(lacht) Da haben wir noch keine preis­li­chen Rah­men­be­din­gungen geschaffen. Das über­lassen wir auch lieber dem Verein. Da sitzen die Profis. Wir haben tat­säch­lich in den ver­gan­genen Tagen ein paar Anfragen erhalten. Die Inten­tion war aber nicht, dass sich jetzt Firmen bei uns per­sön­lich melden und ein­zelne Songs buchen. 

Son­dern?

Wir haben gelie­fert, jetzt müssen die Spon­soren lie­fern um den KSV Hessen Kassel zu retten. Wir sind gerne bereit, weiter zu gröhlen, aber die Firmen sollten dann auch als Sponsor beim KSV ein­steigen. Wenn sie das tun, lie­fern wir auch weiter ab.

Gibt es Unter­nehmen, die Sie aus Prinzip nicht besingen würden?

Bei Red Bull wäre unsere Schmerz­grenze wohl tat­säch­lich erreicht. Aber da sind wir in der glück­li­chen Lage, dass der Sitz von Red Bull nicht in Kassel ist. Wir haben aber keine festen Aus­schluss­kri­te­rien defi­niert. Aber natür­lich müssen Spon­soren und Verein auch zuein­ander passen. 

Warum sollten Unter­nehmen für einen eigenen Gesang Geld inves­tieren?

Da geht es ja um mehr als einen Song. Keiner wird Sponsor, nur weil wir für ihn auf der Tri­büne ein Lied schmet­tern. Unser Verein ist im Moment in einer ziem­lich beschis­senen Situa­tion. Uns fehlen bis zum Sai­son­ende noch 400 000 Euro, sonst droht die Insol­venz. Wir wollen in der Region Auf­merk­sam­keit für dieses Pro­blem schaffen. Wir kommen nicht weiter, wenn wir auf unsere Pla­kate schreiben Auf geht’s Kassel, kämpfen und siegen“, das ist ja total aus­tauschbar. Des­wegen haben wir uns in einer feucht­fröh­li­chen Situa­tion diesen Weg über­legt. 

Funk­tio­niert er?

Bis jetzt sehr gut sogar: Fans von Union Berlin haben sich beim KSV gemeldet und in Form von einem Benefiz-Hop­ping Hilfe ange­boten. Man kann im Online-Ticket Shop des KSV ein Soli-Ticket für unser letztes Heim­spiel der Saison am kom­menden Samstag erwerben. Die Anhänger von Hol­stein Kiel, mit denen wir ja eine Fan­freund­schaft haben, haben bei einem Heim­spiel für uns Spenden gesam­melt. Das ist super. Aller­dings errei­chen wir mit kleinen Spenden nicht den Betrag von 400 000 Euro. Des­wegen suchen wir eben neue Spon­soren – vor allem in der Region aber gerne auch dar­über hinaus.