Seite 2: Wie Dimitri Payet Atletico die Show stehlen könnte

Als West Ham ein erstes Angebot für zu niedrig befand, trat Payet in den Streik. Ich werde kein Spiel mehr für euch machen“, schmet­terte er den Ver­eins­ver­ant­wort­li­chen ent­gegen. Für 30 Mil­lionen Euro ließen die Lon­doner ihren eins­tigen Lieb­ling schließ­lich ziehen.

Ums Geld wird es Payet dabei kaum gegangen sein. Davon hätte er auch in Eng­land genug ver­dienen können. Ich musste nach Mar­seille zurück­kommen. Viel­leicht weil ich ver­rückt bin. Aber ich mag Orte, die ein wenig wild sind“, erklärte der Wan­der­vogel seine Ent­schei­dung.

Rebell geblieben

Mar­seille gilt seit langem als so etwas wie Frank­reichs Pro­blem­stadt. Schön anzu­sehen, ja, aber heim­ge­sucht von Kri­mi­na­lität und Gewalt. Auch Payet ver­eint das Schöne mit dem Häss­li­chen. Der 1,75 m große Rechtsfuß ist Rebell geblieben. Einer, der aus­testet, was man ihm durch­gehen lässt. Nicht nur neben dem Platz.

Payet war es, der im EM-Finale 2016 mit dem Knie in Cris­tiano Ronaldos Ober­schenkel rein­rauschte. Payet war es, der Neymar im Liga­spiel gegen PSG mit einer Ver­let­zung gedroht haben soll. Der Bra­si­lianer wurde später mit einer Trage vom Platz gebracht. Aller­dings kann der Fili­gran­tech­niker auch anders.

Effi­zienz und Unter­hal­tung

Er macht Dinge mit dem Ball, die das Publikum von den Sitzen reißen. Dafür gucken die Men­schen Fuß­ball“, schwärmt Ex-Coach Slaven Bilic von den Fähig­keiten seines ehe­ma­ligen Schütz­lings. Wenn er den Rasen betritt, sitzt Payet der Schalk im Nacken. Fuß­ball ist für ihn ein Spiel geblieben.

Ich habe Ronald­inho früher immer bewun­dert, weil er glei­cher­maßen für Effi­zienz und Unter­hal­tung stand“, benennt der Fran­zose sein sport­li­ches Vor­bild. Was die beiden unter­scheidet, ist Payets bis dato leer­ste­hender Tro­phä­en­schrank. Das soll sich ändern. Im Finale der Europa League trifft Mar­seille heute Abend auf Atle­tico Madrid. Wenn jemand den favo­ri­sierten Spa­niern gefähr­lich werden kann, dann Olym­pi­ques Spiel­ma­cher und Kapitän.

Dabei war Payets Ein­satz bis ges­tern noch frag­lich. Am Wochen­ende hatte OMs wich­tigster Spieler mit mus­ku­lären Pro­blemen passen müssen und damit die Ängste der Fans geschürt. Dass er nun scheinbar pünkt­lich zum Finale wieder ein­satz­be­reit ist, wird ganz nach seinem Geschmack sein. Denn die Show steht bei Dimitri Payet über allem.