Seite 2: Freibier zur Heimpremiere

Das war ihnen in den Jahren zwi­schen 2013 und 2017 auch ganz gut gelungen, als die Trainer Mau­ricio Pochet­tino und Ronald Koeman hießen, bevor sie in der ver­gan­genen Saison dann bei­nahe in die Cham­pi­onship abge­stiegen wären.

Bevor Hasen­hüttl die Rück­kehr in obere Tabel­len­re­gionen anpeilen kann, muss er den Klub nun ein wei­teres Mal vor dem Abstieg retten. Das dürfte ein hartes Stück Arbeit werden. Von seinen bis­lang sechs Pre­mier-League-Spielen hat er zwei gewonnen und drei ver­loren, eins endete unent­schieden. In der Tabelle steht Sout­hampton vor dem Spiel gegen Lei­cester City an diesem Samstag auf dem ersten von drei Abstiegs­plätzen; New­castle, Burnley und Car­diff befinden sich jedoch in Schlag­di­stanz. Die Fans trauen Hasen­hüttl trotz ihrer bedroh­li­chen Lage zu, den Klub in sicheres Fahr­wasser zu steuern – und sich in Sout­hampton auch lang­fristig einen Namen zu machen.

Frei­bier zur Heim­pre­miere

Mein erster Gedanke war: Wer?“, erin­nert sich Nick Illings­worth vom Sout­hampton-Fan­zine The Ugly Inside“ im Gespräch mit 11FREUNDE an den frühen Dezember, als bekannt wurde, dass Hasen­hüttl bei seinem Klub unter­schrieben hatte. Die meisten Fans hatten noch nie von ihm gehört, sein Name war für ein paar Tage wahr­schein­lich der am meisten gegoo­gelte in unserer Gegend. Aber schon in seiner ersten Pres­se­kon­fe­renz wurde klar, dass er ein Mann mit Cha­rakter ist. Die Fans fanden ihn sofort sym­pa­thisch.“

Bei Hasen­hüttls erstem Heim­spiel gegen den FC Arsenal gab der Klub dann jedem Besitzer einer Dau­er­karte einen Gut­schein für ein Frei­ge­tränk, schließ­lich war ja bald Weih­nachten. Das hat geholfen. Und die Lei­den­schaft, die er dann zeigte, machte ihn beim Publikum umso beliebter“, sagt Illings­worth. Sout­hampton gewann mit 3:2 – und Hasen­hüttl for­derte ab sofort Frei­bier bei jedem Heim­spiel. Wieder so ein Klopp-Moment. Er ist erst kurz hier, und wie er selber sagte: Es gibt keine Garan­tien. Aber Stand jetzt hat er das Poten­zial, einer unserer wahr­lich großen Trainer zu werden – und ganz sicher einer der belieb­testen!“

Eine dras­ti­sche Ver­bes­se­rung“

Hasen­hüttls auf Geschwin­dig­keit, Kraft und Pres­sing getrimmter Stil ver­lange den Spie­lern zwar sicht­lich mehr ab, aber man könne dabei zusehen, wie das Team die Her­aus­for­de­rung annehme. Erkennt man schon eine Ver­bes­se­rung der Leis­tungen? Eine dras­ti­sche Ver­bes­se­rung“, findet Illings­worth: Er macht unsere Spieler fitter, aber mehr als das ist die Mann­schaft jetzt moti­vierter und steht voll hinter ihm.“ Es gebe vor allem in der Defen­sive noch Löcher zu stopfen, aber wenn das erst erle­digt ist, dann glaube ich, dass wir nach und nach immer besser werden.“

Schon jetzt holt Hasen­hüttl im Schnitt mehr Punkte pro Spiel als vor ihm Mark Hughes und Mau­ricio Pel­le­grino. Das ist umso beacht­li­cher, wenn man sich sein Pro­gramm zum Auf­takt in der Pre­mier League ansieht: Mit Arsenal, Man­chester City (1:3) und Chelsea (0:0) waren dar­unter schon drei dicke Bro­cken. In den kom­menden Wochen stehen rich­tungs­wei­sende Begeg­nung an, dann geht es näm­lich gegen direkte Kon­kur­renten im Kampf um den Klas­sen­er­halt wie Crystal Palace, Burnley oder Car­diff.

Und im April ist dann der FC Liver­pool zu Gast in Sout­hampton. Jürgen Klopp gegen den Alpen-Klopp“. Wobei: Wenn Ralph Hasen­hüttl ein­löst, was sich die Fans von ihm ver­spre­chen, dann nennt ihn bis dahin ja viel­leicht schon keiner mehr bei seinem Spitz­namen.